Iran-Konflikt: Flugabwehr in Teheran aktiv – Hegseth nennt Kriegskosten
Flugabwehr in Teheran aktiv – Hegseth nennt Kriegskosten

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist in der Nacht erneut die Flugabwehr aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren dumpfe Detonationen zu hören, wie Anwohner berichten. Auch iranische Staatsmedien meldeten Flugabwehrfeuer in mehreren Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf kehrte wieder Ruhe ein. Es ist das erste Mal seit Anfang Juni, dass die Flugabwehr in Teheran zum Einsatz kommt.

USA fliegen elfte Angriffswelle in Folge

Parallel zu den Explosionen in Teheran gab das US-Militär eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele in Iran bekannt. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom erklärte, damit solle die Fähigkeit Irans geschwächt werden, Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus anzugreifen. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angreifen. Ziel der jüngsten Angriffe waren unter anderem iranische Flugzeughangars, Drohnenlager und militärische Einsatzzentralen.

Trump droht mit Angriff auf geheime Urananlage

US-Präsident Donald Trump drohte Iran mit weiteren Angriffen. Die USA seien mit Iran „noch lange nicht fertig“, sagte er bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. Besonders richtete er seine Drohungen gegen den sogenannten „Pickaxe Mountain“ (Spitzhackenberg), ein 1608 Meter hohes Bergmassiv in Zentraliran. Westliche Geheimdienste vermuten dort eine geheime unterirdische Urananreicherungsanlage. „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen und zwar mit voller Wucht“, so Trump. Das oberste Militärkommando Irans drohte für diesen Fall mit Vergeltungsschlägen gegen Ziele der USA und ihrer Verbündeten.

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Kriegskosten steigen auf 37,5 Milliarden Dollar

Verteidigungsminister Pete Hegseth bezifferte die Kosten des Irankriegs für die USA auf inzwischen 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro). Das sagte Hegseth bei einer Anhörung im US-Senat auf Nachfrage des demokratischen Senators Dick Durbin. Die vorherige offizielle Schätzung hatte bei 29 Milliarden Dollar gelegen. Die Summe umfasse neben den bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis Ende des laufenden Haushaltsjahres am 30. September, darunter Zahlungen für Militärangehörige sowie Betriebs- und Wartungskosten.

Hegseth wirbt für 67-Milliarden-Nachtragshaushalt

Hegseth warb im Kongress für einen Nachtragshaushalt in Höhe von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das Geld solle unter anderem die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte sichern, verbrauchtes Material ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffensysteme beschleunigen. Der Minister betonte, der Nachtragshaushalt ersetze nicht den regulären Verteidigungsetat, sondern sei als zusätzliche Soforthilfe gedacht. Sein Ziel sei ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026.

Demonstranten stören Hegseth-Auftritt

Hegseth wurde bei seinem Auftritt im Senat mehrfach von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Irankriegs forderten. Sicherheitsbeamte führten die Protestierenden aus dem Raum. Der Krieg hatte Ende Februar begonnen, als Israel und die USA ihre Luftangriffe auf Iran starteten. Dabei wurden zahlreiche hochrangige Generäle und Politiker gezielt getötet, darunter Irans oberster Führer Khamenei am ersten Kriegstag. Iran reagierte mit massiven Raketenangriffen auf US-Ziele in der Golfregion.

Waffenruhe gescheitert

Der Konflikt war Anfang Juli erneut eskaliert, nachdem iranische Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. Präsident Trump erklärte die Anfang April vereinbarte Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für gescheitert. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Die jüngste Aktivierung der Flugabwehr in Teheran deutet darauf hin, dass die Eskalation in eine neue Phase tritt.

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