Festnahme und Verhör französischer Diplomaten in Teheran
Die iranischen Sicherheitsbehörden haben nach Angaben von Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot zwei französische Diplomaten über mehrere Stunden festgehalten und verhört. Einer der Diplomaten sei zudem physisch misshandelt worden, teilte Barrot am Sonntag auf der Plattform X mit. Er bezeichnete den Vorfall als „äußerst schwerwiegende Aktion der Einschüchterung“ und einen „eklatanten Verstoß gegen die diplomatische Immunität“.
Die beiden Diplomaten waren am späten Sonntagabend von iranischen Sicherheitskräften aufgegriffen worden. Nach stundenlangen Verhören durften sie in die französische Botschaft zurückkehren, „wo sie nun in Sicherheit sind und auf ihre Rückkehr nach Frankreich in den nächsten Stunden warten“, so Barrot.
Diplomaten betreuten zivilgesellschaftliche Programme
Laut Barrot betreuten die Diplomaten Programme zur Unterstützung der Zivilgesellschaft, iranischer Künstler und Wissenschaftler. Dies mache die Tat „umso schockierender“. Frankreichs Außenminister hatte erst in der vergangenen Woche betont, dass Europa seine Sanktionen gegen Iran nicht aufheben werde. Zuerst müsse Teheran sein Atomprogramm aufgeben und aufhören, die Region zu destabilisieren.
Der Vorfall belastet die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Frankreich und Iran weiter. Paris hatte zuletzt mehrfach das iranische Atomprogramm kritisiert und sich für eine Verlängerung der Sanktionen eingesetzt.
Hintergrund: Eskalation zwischen Iran und USA
Die diplomatische Krise ereignet sich vor dem Hintergrund einer erneuten militärischen Eskalation zwischen Iran und den USA. In den vergangenen Tagen hatten beide Seiten wieder gegenseitige Angriffe gemeldet. Teheran meldete Explosionen in mehreren Landesteilen und reagierte mit Vergeltungsangriffen auf Bahrain und Kuwait.
Eine im Juni ausgehandelte Rahmenvereinbarung, die ein endgültiges Friedensabkommen innerhalb von 60 Tagen ermöglichen sollte, hatte die Islamische Republik zuvor für hinfällig erklärt. Iran hat zudem die Straße von Hormus erneut geschlossen, am Wochenende meldete das Land „explodierte Öltanker“.
Frankreichs Außenminister Barrot kündigte an, die Angelegenheit auf diplomatischem Wege zu verfolgen und die Rückkehr der beiden Diplomaten nach Frankreich zu gewährleisten.



