Iran meldet US-Angriffe auf Buschehr und weitere Städte in dritter Nacht
Iran meldet US-Angriffe auf Buschehr und weitere Städte

USA greifen Iran in dritter Nacht an – Buschehr getroffen

Die USA haben ihre Luftangriffe auf den Iran in der dritten Nacht in Folge fortgesetzt. Nach Angaben iranischer Behörden wurde am Dienstag die südiranische Hafenstadt Buschehr angegriffen, in der sich das einzige aktive Atomkraftwerk des Landes befindet. Der stellvertretende Provinzgouverneur Ehsan Dschahanian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, dass vier Stellen in der Stadt „von feindlichen Geschossen getroffen“ worden seien. Das staatliche iranische Fernsehen berichtete zudem von fünf Explosionen „westlich von Bandar Abbas“, einer Hafenstadt nahe der Straße von Hormus. Nähere Angaben machte das Fernsehen zunächst nicht.

Iranische Behörden melden weitere Angriffe

Neben Buschehr wurden nach iranischen Angaben auch die Grenzregion nahe des Iraks und Kuwaits sowie die Städte Abadan und Mahschahr in der Provinz Chusestan attackiert. In Abadan steht die älteste Ölraffinerie der Golfregion. Der stellvertretende Gouverneur der Provinz Chusestan bestätigte die Angriffe gegenüber Irna. Die USA hatten zuvor angekündigt, die Angriffe würden die Fähigkeit des Irans einschränken, Attacken auf Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus auszuüben.

Iran attackiert Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate

Der Iran griff seinerseits zwei Tanker der mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus mit Marschflugkörpern an. Nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums wurde dabei ein indisches Besatzungsmitglied getötet und acht weitere verletzt, vier davon schwer. Bei den Verletzten handele es sich um sechs indische und zwei ukrainische Staatsangehörige. Auf beiden Tankern brachen Brände aus, die jedoch unter Kontrolle gebracht werden konnten. Das Verteidigungsministerium bezeichnete den Angriff als „schwerwiegenden Verstoß und klaren Bruch des Völkerrechts“ und behielt sich eine Reaktion vor.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Trump kündigt weitere Angriffe und Seeblockade an

US-Präsident Donald Trump kündigte in einem Radiointerview weitere Angriffe an: „Man werde das Land heute Abend hart treffen – genau wie morgen.“ Zudem deutete er an, dass die USA eine tief unter der Erde gelegene Einrichtung namens „Pickaxe Mountain“ nahe der Atomanlage Natans angreifen könnten. Spekulationen zufolge könnte der Iran dort eine geheime Urananreicherungsanlage errichten. Gleichzeitig kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social die Wiederaufnahme einer Seeblockade gegen iranische Häfen an. Anderen Ländern solle ein „fairer und offener“ Zugang zur Straße von Hormus möglich sein, jedoch müssten sie eine Entschädigung in Höhe von 20 Prozent auf alle transportierten Frachten zahlen, um die Kosten der Sicherstellung der Passage zu kompensieren.

Iranische Revolutionsgarden greifen Jordanien an und appellieren an die Bevölkerung

Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, am frühen Morgen einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Gleichzeitig appellierten sie an das jordanische Volk, die Zusammenarbeit mit dem US-Militär einzustellen. „Ihr wisst sehr gut, dass wir eurem Land nicht nur keinerlei Feindschaft entgegenbringen, sondern euch, das edle Volk Jordaniens, sehr schätzen“, hieß es in einer Mitteilung. Eine entschlossene Forderung nach der Auflösung der US-Stützpunkte „wäre eine große Hilfe“ für die „Wiederherstellung der Sicherheit in der Region“, warnten die Revolutionsgarden.

Bericht: Haus eines Wildhüters im Iran bombardiert

Bei den US-Angriffen wurde im Iran das Haus eines Wildhüters bombardiert, wobei drei Menschen ums Leben kamen: zwei Söhne und eine Schwiegertochter des Mannes. Das berichtete das Nachrichtenportal „Rokna“. Der Vorfall ereignete sich in der südlichen Provinz Hormusgan. Die Journalistin Asadeh Mochtari schrieb: „Ein Krieg zeigt niemals schon in den ersten Meldungen seine ganze Wahrheit. Manchmal wird sein wahres Gesicht erst einige Stunden später im Bild einer trauernden Familie sichtbar.“ Der Wildhüter selbst überlebte, da er sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Dienst befand.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Deutsche Sicherheitsbehörden prüfen Hinweise auf iranische Anschläge

Angesichts des Iran-Konflikts gehen die deutschen Sicherheitsbehörden Hinweisen auf mögliche Anschlagsvorbereitungen in Deutschland nach. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dem „Handelsblatt“: „Die Bundessicherheitsbehörden beobachten die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Lage im Nahen und Mittleren Osten weiterhin sehr genau.“ Sie gingen „verschiedenen Hinweisen zu mutmaßlichen Ausspähungen oder Vorbereitungen zu möglichen Anschlägen nach“. Hintergrund ist die Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“, auf der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgeführt ist. Die iranische Tageszeitung „Hamshahri“ hatte eine Liste mit 13 westlichen Politikern veröffentlicht, die für den Tod des früheren geistlichen Führers Ali Chamenei „bezahlen“ sollen.

Libanon und Israel nehmen Verhandlungen über Truppenabzug auf

Libanon und Israel haben in Rom Verhandlungen über einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon aufgenommen. Bei den zweitägigen Gesprächen in der US-Botschaft soll die Umsetzung eines von den USA vermittelten Rahmenabkommens erörtert werden. Die Erwartungen auf rasche Fortschritte sind jedoch gering. Das Abkommen sieht ein Ende des Konflikts, die Entwaffnung militanter Gruppen wie der Hisbollah sowie den Abzug der israelischen Armee und die Stationierung libanesischer Truppen im Süden vor. Israel hält derzeit einen etwa zehn Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze besetzt und will die Truppen solange dort belassen, wie die Hisbollah bewaffnet bleibt.

Geber stellen Millionen für Wiederaufbau in Gaza in Aussicht

Deutschland und andere internationale Geber haben knapp 900 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens zugesagt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach bei einem Treffen von 65 Unterstützerstaaten und Organisationen in Brüssel von einem „bewegenden Erfolg“. Das deutsche Entwicklungsministerium stellt 66,5 Millionen Euro an neuen Mitteln zur Verfügung, hinzu kommen knapp 57 Millionen Euro aus laufenden Projekten. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte, es gehe darum, „schnellstmöglich Sofortmaßnahmen auf den Weg zu bringen, um das Leben für die Menschen in Gaza erträglicher zu machen“. Die Unterstützung der EU sei an Reformen der Palästinensischen Autonomiebehörde gekoppelt.