Ein Handelsschiff ist am Dienstag vor der Küste Jemens von einem unbemannten Drohnenboot angegriffen worden. Nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO ereignete sich der Vorfall rund 70 Seemeilen südwestlich der jemenitischen Hafenstadt Hodeida. Die Besatzung des Frachters blieb unverletzt, das Schiff konnte seine Reise fortsetzen.
Details zum Angriff
Die UKMTO meldete, dass das Schiff von einer kleinen, unbemannten Wasserfahrzeug getroffen wurde. Der Angriff verursachte nach ersten Erkenntnissen nur geringe Schäden. Die genaue Identität des Schiffes und seine Flagge wurden zunächst nicht genannt. Die Behörde riet allen Schiffen in der Region, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten zu melden.
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Roten Meer und im Golf von Aden. Seit Monaten attackieren die Huthi-Rebellen aus dem Jemen immer wieder Handelsschiffe, die sie mit Israel in Verbindung bringen. Sie fordern ein Ende des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Die Angriffe haben zu erheblichen Störungen im internationalen Schiffsverkehr geführt. Viele Reedereien meiden inzwischen die Route durch das Rote Meer und den Suezkanal und nehmen den längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Dies verlängert die Reisezeiten um bis zu zwei Wochen und erhöht die Transportkosten erheblich.
Nach Schätzungen der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS) sind etwa 12 Prozent des weltweiten Handels betroffen, der normalerweise durch den Suezkanal läuft. Die Umleitung führt zu Lieferverzögerungen und höheren Preisen für Verbraucher weltweit.
Reaktionen und Sicherheitsmaßnahmen
Die internationale Gemeinschaft hat die Angriffe wiederholt verurteilt. Die USA und Großbritannien haben in den vergangenen Monaten mehrere militärische Schläge gegen Huthi-Stellungen im Jemen durchgeführt, um die Angriffe zu stoppen. Bislang blieb der Erfolg jedoch begrenzt.
Die EU hat eine eigene Marinemission namens „Aspides“ gestartet, um Handelsschiffe im Roten Meer zu schützen. Die Mission umfasst mehrere Kriegsschiffe aus verschiedenen EU-Staaten und soll Geleitschutz für Frachter bieten.
Der jüngste Angriff zeigt, dass die Bedrohung für die Schifffahrt trotz dieser Maßnahmen weiterhin hoch ist. Experten warnen vor einer Eskalation, falls der Konflikt im Gazastreifen nicht beigelegt wird.



