Die berüchtigte Villa des verstorbenen italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf Sardinien hat einen neuen Eigentümer: Der Katar-Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschabr Al Thani, ehemaliger Premierminister und Außenminister des Golfstaats, erwarb das Luxusanwesen für 350 Millionen Euro. Dies liegt deutlich unter den ursprünglich geforderten 500 Millionen Euro der Berlusconi-Erben.
Ein Schnäppchen für den Scheich
Der Käufer, der laut Forbes über ein Vermögen von rund fünf Milliarden US-Dollar verfügt, ist kein Unbekannter in der Finanzwelt: Ihm gehören unter anderem 4,5 Prozent der Deutschen Bank. Die Transaktion erfolgte über eine Luxemburger Investmentgesellschaft. Die Al-Thani-Dynastie, die Katar seit über 150 Jahren regiert, besitzt auf Sardinien bereits mehrere Luxusimmobilien und das Krankenhaus Mater Olbia.
Schauplatz der Bunga-Bunga-Partys
Die Villa mit Blick auf die Bucht von Porto Rotondo diente Berlusconi als inoffizieller Sommersitz und war Schauplatz der berüchtigten „Bunga-Bunga“-Partys. Diese wilden Gelage, bei denen Berlusconi mit jungen Damen feierte, führten zu Gerichtsverfahren unter anderem wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger. Berlusconi wurde in diesem Punkt freigesprochen, während seine Mitstreiterin Nicole Minetti, ehemalige Zahnarzthelferin und TV-Moderatorin, wegen der Beschaffung von Frauen für die Partys verurteilt wurde.
Die Dimensionen des Anwesens
Das Anwesen erstreckt sich über 120 Hektar Land und bietet auf 4500 Quadratmetern Wohnfläche 126 Zimmer. Zur Ausstattung gehören sieben Schwimmbäder, ein künstlicher Vulkan, ein großes Amphitheater sowie Gewächshäuser mit seltenen Orchideen. Berlusconi empfing hier hochrangige Gäste wie den damaligen US-Präsidenten George W. Bush, den britischen Premier Tony Blair und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Regelung des Nachlasses
Mit dem Verkauf wird auch Berlusconis Erbschaft geregelt. Der 2023 verstorbene Medienmogul vermachte seiner Ex-Partnerin Marta Fascina und seinem Bruder Paolo jeweils 100 Millionen Euro. Der Verkaufserlös der Villa fließt in den Nachlass.



