US-Armee greift iranische Radarstationen an – Raketenalarm in Kuwait und Bahrain
US-Angriffe auf Iran: Raketenalarm in Kuwait und Bahrain

Die Spannungen im Nahen Osten haben sich erneut verschärft. Das US-Militär meldete, dass es vier iranische Drohnen im Bereich der Straße von Hormus abgewehrt habe und anschließend Radarstationen in Iran angriff. Die Kampfdrohnen hätten eine Bedrohung für die zivile Schifffahrt dargestellt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Daraufhin griffen US-Streitkräfte Radarstellungen auf der Insel Qeschm sowie im Ort Goruk an, um sich gegen weitere Angriffe zu verteidigen.

Raketenangriff auf Golfstaaten

Nur Stunden später habe Iran sieben ballistische Raketen in Richtung Kuwait und Bahrain abgefeuert, berichtete Centcom. Sechs der Geschosse seien abgefangen worden, die siebente habe ihr Ziel nicht erreicht. Reporter vor Ort berichteten von mehreren Explosionen in der Nähe des Flughafens von Kuwait und in Bahrain. Die Streitkräfte Kuwaits bestätigten den Einsatz der Luftabwehr. Auch in Bahrain wurde Raketenalarm ausgelöst, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen.

Reaktion aus Teheran

Irans Revolutionswächter, die Elitetruppe der Islamischen Republik, erklärten laut der Nachrichtenagentur Tasnim, man habe als Vergeltung für die US-Angriffe Stützpunkte des Feindes in der Region attackiert. Iran hatte zuvor mehrfach Geschosse auf Kuwait und andere Golfstaaten abgefeuert, in denen US-Militärbasen stationiert sind. Diese liegen nur wenige Hundert Kilometer von Iran entfernt.

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Brüchige Waffenruhe

Eigentlich gilt seit fast zwei Monaten eine Waffenruhe in dem Krieg, der am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels gegen Iran begann. Doch immer wieder kommt es zu vereinzelten gegenseitigen Angriffen. Parallel laufen schwierige Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran zur Beendigung des Konflikts.

Trumps Einschätzung

US-Präsident Donald Trump schätzte, dass Iran noch über etwa ein Fünftel seines Raketenarsenals verfügt. Trotz massiver Luftangriffe während des Irankrieges seien die meisten Drohnenfabriken, Abschussrampen und Raketenproduktionsstätten zerstört worden, sagte Trump in einem Interview mit NBC News. „Prozentual würde ich sagen, vielleicht noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen“, so der Republikaner. Er räumte ein, dass dies immer noch eine erhebliche Anzahl sei, aber weit weniger als zu Beginn des Konflikts.

Unklar blieb, worauf Trumps Schätzung beruhte. Medienberichte unter Berufung auf US-Beamte und Geheimdiensterkenntnisse hatten zuletzt nahegelegt, dass Iran noch über einen großen Teil seiner Raketen verfüge. Die New York Times berichtete Mitte Mai von rund 70 Prozent der mobilen Abschussrampen und des Raketenarsenals. Ähnliche Zahlen nannte die Washington Post. Ein ranghoher US-Militärvertreter bezeichnete diese Zahlen jedoch als falsch, ohne eigene Angaben zu machen. Trump selbst betont seit Beginn der Angriffe Ende Februar den Erfolg der Militärschläge gegen Iran.

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