Die USA, der Iran und der Oman stehen einem Medienbericht zufolge kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die globale Handelsschifffahrt kritischen Straße von Hormus. Wie das US-Portal „Axios“ unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten sowie zwei Quellen aus der Golfregion berichtet, streben die USA bereits für heute eine Einigung an. Die Übergangslösung solle einige Forderungen des Iran erfüllen und ihm mehr Kontrolle über die strategisch bedeutsame Meerenge geben, als er vor dem Krieg besaß.
Einigung noch heute möglich
Schon am Dienstag hatten sich Andeutungen verdichtet, dass eine Einigung unmittelbar bevorstehen könnte. US-Finanzminister Scott Bessent und ein Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, äußerten sich entsprechend. Auf die Frage nach einer möglichen Gebührenerhebung für die Durchfahrt sagte Bessent, er gehe von einer freien Durchfahrt aus. Vom Weißen Haus oder anderen US-Behörden gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme.
Schiffsverkehr weiterhin stark beeinträchtigt
Die anhaltenden Spannungen in der Region setzen den Schiffsverkehr im Nahen Osten weiter unter Druck. In der vergangenen Woche durchfuhren täglich im Schnitt etwa 16 Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Vor den von Israel und den USA Ende Februar gestarteten Luftangriffen auf den Iran waren es Branchendiensten zufolge täglich zwischen 60 und 140 Schiffe. Zusätzlich wird die Schifffahrt durch den Seeweg Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meeres durch Drohungen und Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen gegenüber Saudi-Arabien beeinträchtigt.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt; etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls wird durch sie transportiert. Eine dauerhafte Blockade oder Einschränkung hätte erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Weltwirtschaft. Die mögliche Übergangslösung könnte daher weitreichende Folgen haben.
Die Verhandlungen werden offenbar unter Vermittlung des Oman geführt, der traditionell eine neutrale Rolle in der Region einnimmt. Details des möglichen Deals wurden bislang nicht veröffentlicht, doch deuten die Aussagen von Bessent darauf hin, dass die USA keine Gebühren für die Durchfahrt akzeptieren würden. Der Iran hingegen könnte Zugeständnisse bei der Überwachung und Sicherheit der Meerenge erhalten.
Beobachter werten die mögliche Einigung als Zeichen der Entspannung nach monatelangen militärischen Auseinandersetzungen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Übergangslösung von allen Seiten akzeptiert wird und ob sie zu einer dauerhaften Regelung führen kann. Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da eine Eskalation in der Region weitreichende Folgen hätte.
Die USA hatten noch am Wochenende weitere Angriffe auf den Iran gestoppt, wie US-Präsident Donald Trump mitteilte. Er sah offenbar einen Deal in Reichweite. Diese Einschätzung scheint sich nun zu bestätigen, da die Gespräche offenbar kurz vor dem Abschluss stehen.



