In Chicago, der Stadt, in der einst seine politische Karriere begann, hat der ehemalige US-Präsident Barack Obama sein lang geplantes Präsidentenzentrum eröffnet. Das Kultur- und Bildungszentrum soll an seine Amtszeit erinnern, aber mehr sein als ein bloßes Denkmal. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag betonte Obama, das Zentrum solle ein lebendiger Ort der Begegnung und des Dialogs werden.
Ein Zentrum für die Zukunft
Das Obama-Präsidentenzentrum umfasst unter anderem ein Museum, eine Bibliothek, Veranstaltungsräume und öffentliche Grünflächen. Es liegt im Süden Chicagos, in der Nähe der University of Chicago, an der Obama einst Jura lehrte. „Dies soll kein Ort sein, an dem man nur auf die Vergangenheit zurückblickt“, sagte Obama in seiner Rede. „Es soll ein Ort sein, an dem junge Menschen inspiriert werden, die Zukunft zu gestalten.“
Prominente Gäste, aber kein Trump
Zu den Gästen der Eröffnungsfeier zählten unter anderem die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie zahlreiche Weggefährten Obamas. Auffällig abwesend war dagegen der ehemalige Präsident Donald Trump, der Obama in der Vergangenheit scharf kritisiert hatte. Auch der amtierende Präsident Joe Biden war nicht anwesend, schickte aber eine Videobotschaft.
Obama nutzte die Gelegenheit, um vor einer zunehmenden Polarisierung in den USA zu warnen. „Wir müssen wieder lernen, einander zuzuhören“, sagte er. Das Zentrum solle dazu beitragen, Brücken zu bauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Mehr als nur ein Museum
Das Zentrum ist nicht nur eine Gedenkstätte, sondern auch ein aktiver Bildungs- und Kulturort. Es bietet Programme für Jugendliche, Workshops und Vorträge. Ein Teil des Geländes ist öffentlich zugänglich und lädt zum Verweilen ein. Obama betonte, dass das Zentrum unabhängig und überparteilich sein werde.
Die Baukosten beliefen sich auf rund 830 Millionen US-Dollar, finanziert durch Spenden. Das Zentrum soll jährlich Hunderttausende Besucher anziehen und ein neues kulturelles Herz für Chicago werden.



