Beim offiziellen Fifa-Fanfest zum WM-Halbfinale England gegen Argentinien in Atlanta (21 Uhr, ZDF und Magenta TV live) dürfen Besucher ihre Schusswaffen mit auf das Gelände nehmen – und das ohne Waffenschein. Das berichtet der Lokalsender 11Alive/WXIA. Der Grund liegt im Landesrecht des Bundesstaates Georgia: Der Centennial Olympic Park, wo das Fanfest stattfindet, ist öffentlicher Grund und gehört dem Staat. Nach geltendem Recht darf Georgia seinen Bürgern das Tragen von Waffen auf öffentlichem Grund nicht verbieten.
Privater Veranstalter ohne Handhabe
Selbst bei einem privaten Event wie dem Fifa-Fanfest hat der Veranstalter keine rechtliche Möglichkeit, das Mitführen von Waffen zu unterbinden. In Georgia darf nahezu jeder verdeckt oder offen eine Waffe tragen, eine behördliche Erlaubnis ist nicht erforderlich. Die Fifa-Verbotsliste für das Event umfasst zwar Sprengstoff, gefährliche Stoffe, Feuerwerkskörper, Rauch- und Feuerartikel, Laser, Drohnen und große Taschen – Schusswaffen fehlen jedoch.
Metalldetektoren schlagen an – Einlass trotzdem
Die Sicherheitskräfte an den Eingängen stehen vor einer schwierigen Aufgabe: An den Schleusen stehen Metalldetektoren, die bei Waffenbesitz anschlagen. Da das Mitbringen legal ist, dürfen die Mitarbeiter die Personen nicht abweisen, solange diese die Waffe rechtmäßig besitzen. Laut 11Alive sollen die Sicherheitskräfte versuchen, die Fans höflich dazu zu bewegen, ihre Waffen zurück ins Auto zu bringen. Wer sich jedoch weigert, darf das Event samt Waffe betreten.
Im Atlanta Stadium, in dem das Halbfinale ausgetragen wird, ist das Mitführen von Waffen für Privatpersonen hingegen verboten. Die Arena, die außerhalb der WM-Zeit Mercedes-Benz Stadium heißt, gilt als privates Gebäude. Die Betreiber machen von ihrem Hausrecht Gebrauch und untersagen Schusswaffen. Das Fanfest findet jedoch im öffentlichen Park statt, sodass dort das Landesrecht greift.



