Die als frauenverachtend bekannten Influencer-Brüder Andrew Tate (39) und Tristan Tate (38) sind am Samstag in Miami, USA, festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit Ermittlungen der britischen Polizei von Bedfordshire wegen einer Reihe mutmaßlicher Sexualdelikte. Die Brüder sollen in der kommenden Woche vor einem Bundesgericht in Miami erscheinen, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Strafverfolgungskreise berichtete.
Hintergrund der Festnahme
Die britische Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben eine Auslieferung der beiden Männer beantragt. Malcolm McHaffie, Leiter der Abteilung für besondere Straftaten, erklärte, die neuen Anklagen bezögen sich auf Vorwürfe von vier weiteren Opfern. Bislang war von drei Opfern die Rede. Die Vorwürfe umfassen unter anderem „Vergewaltigung, das Organisieren oder Erleichtern von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sowie Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten“. Die mutmaßlichen Taten sollen sich im Zeitraum von Juli 2010 bis August 2017 ereignet haben.
Reaktionen der Verteidigung
Ein Anwalt der Brüder, Joseph McBride, erklärte gegenüber CNN, die beiden seien unschuldig. Er kritisierte die beantragte Auslieferung und verwies auf eine Vereinbarung zwischen der britischen und der rumänischen Regierung. Demnach habe Großbritannien zugesichert, keine Auslieferung zu beantragen, solange noch ein Verfahren in Rumänien anhängig sei. Auch in Rumänien werden Andrew und Tristan Tate strafrechtlich verfolgt, bestreiten jedoch die Vorwürfe. Nach Abschluss des dortigen Verfahrens sollten sie nach Großbritannien ausgeliefert werden.
Hintergrund der Tate-Brüder
Die Tate-Brüder wurden in den USA geboren, zogen aber nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Luton nördlich von London. Sie besitzen sowohl die US-amerikanische als auch die britische Staatsbürgerschaft. Zeitweise lebten sie in Rumänien. Andrew Tate, ein ehemaliger Kickboxer, erlangte durch frauenverachtende Aussagen in sozialen Netzwerken große Bekanntheit und erreichte damit Millionen Jugendliche und junge Männer. Sein Bruder Tristan unterstützte ihn dabei.
Stimmen der Polizei
Die stellvertretende Polizeichefin von Bedfordshire, Karena Thomas, betonte: „Es gibt keinen Platz für männliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen.“ Die Polizei werde sich weiterhin unermüdlich dafür einsetzen, die Opfer zu unterstützen, und allen gemeldeten Vorfällen nachgehen. Die Ermittlungen der britischen Polizei sind noch nicht abgeschlossen.



