Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump bietet Unternehmen der Aluminiumbranche einen Zollrabatt an, wenn sie ihre Produktion in den USA ausweiten. Derzeit liegt der Zollsatz für Aluminiumimporte bei 50 Prozent. Im Rahmen eines neuen Anreizprogramms sollen Firmen, die in den Bau, die Erweiterung oder die Modernisierung von Aluminiumhütten investieren, eine Ermäßigung auf die Hälfte des geltenden Satzes erhalten. Das Weiße Haus erklärte, dass Unternehmen dafür Geschäftspläne vorlegen müssen. Nach Genehmigung können sie dann eine angemessene Menge an Primäraluminium zum halben Zollsatz einführen.
Hintergrund des Zoll-Deals
Trump unterzeichnete am Montag eine entsprechende Anordnung an den Handelsminister, der nun ein Anreizprogramm auflegen soll. Besonders betont wurde die Bedeutung von Aluminium für die Rüstungsindustrie. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die heimische Produktion zu stärken. Bereits im vergangenen Jahr hatte Trump umfassende Zölle gegen Importe aus vielen Ländern verhängt. Ein Großteil dieser Aufschläge wurde jedoch im Februar vom Obersten Gerichtshof für ungültig erklärt. Branchenspezifische Zölle wie die auf Stahl und Aluminium blieben davon unberührt.
Zusätzliche Zölle auf kanadische Waren
Ebenfalls am Montag verfügte Trump 50-prozentige Zölle auf eine Reihe von Waren aus Kanada. Als Grund nannte das Weiße Haus eine diskriminierende Behandlung von US-amerikanischen Alkohol-, Automobil- und Molkereiprodukten durch die kanadische Regierung. Kanada wies diese Vorwürfe umgehend zurück. Die neuen Zölle sollen nach Angaben des Weißen Hauses in 30 Tagen in Kraft treten. Betroffen sind unter anderem Wein, Hockeyschläger und Zement aus Kanada. Auch Produkte, die unter das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada fallen, sind betroffen.
Auswirkungen auf die Aluminiumbranche
Der Zoll-Deal könnte für die Aluminiumbranche einen erheblichen Anreiz darstellen, in den USA zu produzieren. Branchenexperten erwarten, dass insbesondere große Hersteller von den reduzierten Zöllen profitieren könnten. Allerdings bleibt abzuwarten, wie viele Unternehmen tatsächlich bereit sind, in neue Hütten zu investieren. Die Rüstungsindustrie, die auf Aluminium angewiesen ist, dürfte die Maßnahme begrüßen. Die Trump-Regierung betonte, dass die nationale Sicherheit im Vordergrund stehe. Die endgültige Ausgestaltung des Programms obliegt dem Handelsministerium, das die Geschäftspläne prüfen und genehmigen muss.



