Ärztemangel in Brandenburg: Förderung bis 55.000 Euro für Hausärzte
Brandenburg: 55.000 Euro Förderung gegen Ärztemangel

Brandenburg leidet zunehmend unter Ärztemangel, insbesondere in ländlichen Regionen. In Frankfurt (Oder) liegt die hausärztliche Versorgung bereits bei unter 90 Prozent. Mehrere Hausärzte schließen in den kommenden Monaten aus Altersgründen ihre Praxen, ohne dass eine Nachfolge gefunden werden konnte, berichtete die Stadt. Die meisten übrigen Praxen nehmen keine neuen Patienten auf.

Förderaktion der Kassenärztlichen Vereinigung

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) startete daraufhin eine Aktion mit dem Slogan „Jetzt Hausarzt in Frankfurt (Oder) werden“. In einer Anzeige wirbt die KVBB mit bis zu 55.000 Euro Fördermitteln für Allgemeinmediziner, die sich neu in der Stadt niederlassen. Zudem bietet die KVBB Hilfe bei der Suche nach Praxis- und Wohnräumen. Frankfurt (Oder) ist kein Einzelfall: Mehr als 20 Regionen in Brandenburg profitieren von ähnlichen Förderaktionen.

Unterstützung seit 2007

Seit 2007 unterstützen die Kassenärzte und Krankenkassen die Ansiedlung ambulanter Ärzte in Brandenburg. Laut KVBB werden Hausärzte in Regionen wie Bad Freienwalde, Eberswalde, Elsterwerda-Bad Liebenwerda, Fürstenwalde/Spree, Jüterbog, Perleberg-Wittenberge, Prenzlau, Beeskow (ohne Bad Saarow und Storkow), Eisenhüttenstadt, Forst, Guben, Kyritz, Lübben, Lübbenau, Pritzwalk-Wittstock (Dosse), Seelow, Senftenberg-Großräschen, Spremberg, Herzberg (Elster), Lauchhammer-Schwarzheide, Schwedt/Oder, Cottbus und Frankfurt (Oder) mit bis zu 55.000 Euro gefördert. In einigen Regionen kommen auch Fachärzte wie Augenärzte, Frauenärzte, Kinderärzte, Hautärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Neurologen hinzu. Die Zuschüsse werden je zur Hälfte von der KVBB und den Krankenkassen finanziert.

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Landesinitiativen: Stipendien und Landarztquote

Das Brandenburger Gesundheitsministerium bewertet die Aktion in Frankfurt (Oder) sowie andere Förderaktionen der Kassenärzte positiv. Darüber hinaus unterstützen einige Kommunen die Niederlassung von Ärzten, etwa die Landkreise Havelland und Elbe-Elster. Das Land vergibt Stipendien an Medizinstudierende, die sich verpflichten, nach Studium und Weiterbildung mindestens fünf Jahre auf dem Land zu arbeiten. Das Stipendium beträgt 1.000 Euro monatlich, maximal sechs Jahre und drei Monate lang. Zudem ist eine Landarztquote geplant: Voraussichtlich 10 Prozent der Erstsemester-Studienplätze an der Medizinischen Universität Lausitz sollen für angehende Landärzte reserviert werden, die sich verpflichten, nach der Ausbildung in Brandenburg tätig zu werden.

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