Bei einem Feuer auf einer Großbaustelle in der Brüsseler Innenstadt sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Rettungskräfte fanden die Opfer leblos in einem Aufzug des Gebäudes, wie der zuständige Staatsanwalt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Ein weiterer Arbeiter wird vermisst, ein zweiter Aufzug konnte bis zum frühen Abend nicht geöffnet werden.
Brandausbruch und Rettungsarbeiten
Der Einsatz begann am Dienstagmittag mit einem zunächst als klein eingestuften Feuer im zweiten Stock des Komplexes. Die Feuerwehr löschte den Brand und führte anschließend einen Kontrollrundgang durch die riesige Baustelle durch. „Viele Orte waren extrem schwer zugänglich“, berichtete der Staatsanwalt. Zeitgleich wurde bekannt, dass sechs der rund 250 Arbeiter auf der Baustelle vermisst wurden. Die Einsatzkräfte kämpften sich schließlich zu einem Fahrstuhl vor und entdeckten darin mehrere Leichen.
Zugang zu zweitem Aufzug versperrt
Der Zugang zu einem weiteren Aufzug blieb zunächst unmöglich. „Nicht auszuschließen, dass hier noch weitere Tote gefunden werden“, sagte der Staatsanwalt. Zwei Arbeiter wurden ins Krankenhaus eingeliefert, ebenso ein Feuerwehrmann, der im Einsatz einen Hitzschlag erlitt, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Am Nachmittag waren vor dem Gebäudekomplex erschöpfte Feuerwehrkräfte zu beobachten, die verschwitzt zur Wasserflasche griffen.
Premierminister und König vor Ort
Während die Bergung der ersten Leichen begann, trafen neben Belgiens König Philippe auch Regierungschef Bart De Wever vor dem großflächig abgesperrten Gebäude ein. Öffentlich äußerten sie sich nicht. Auch Schaulustige versammelten sich. Brüssels Bürgermeister Philippe Close sprach von einem Drama, das tief berühre. Er versprach Unterstützung für alle Betroffenen und dankte den Rettungskräften. Belgiens Innenminister Bernard Quintin zeigte sich auf X geschockt. Deutschlands Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, sprach auf der Plattform ebenfalls sein Mitgefühl aus.
Hintergrund des Bauprojekts
Das Oxy-Gebäude in einer Fußgängerzone im Zentrum Brüssels wird derzeit umgebaut. Früher diente es als Sitz der Verwaltung der belgischen Hauptstadt, künftig soll es ein multifunktionales Gebäude mit Büros, Restaurants, Hotelzimmern und Wohnungen werden. Das Projekt soll nach früheren Angaben bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Hinter dem Projekt stehen die Firmen Whitewood und Immobel. Immobel teilte mit, man habe mit tiefer Bestürzung von den Opfern des Feuers erfahren. „Unsere Gedanken sind zuallererst bei den Betroffenen, ihren Familien und ihren Kollegen. Für uns alle ist dies vor allem eine menschliche Tragödie.“ Immobel unterstütze die Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie die Behörden und stehe in engem Austausch mit allen Beteiligten.



