Der Eigenanteil für Pflegeheimbewohner in Hessen ist weiter gestiegen. Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab, mussten Bewohner im ersten Jahr im Heim zum Stichtag 1. Juli durchschnittlich 3.431 Euro aus eigener Tasche zahlen. Das sind 202 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 405 Euro mehr als am 1. Juli des Vorjahres. Die Daten liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.
Was der Eigenanteil umfasst
Der ausgewiesene Betrag beinhaltet den Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung, da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trägt. Zudem sind Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen sowie Umlagen für Ausbildungskosten enthalten. Die Gesamtbelastung variiert je nach Aufenthaltsdauer im Heim, da die Entlastungszuschläge der Pflegekassen gestaffelt sind.
Hessen über dem Bundesdurchschnitt
Im Bundesdurchschnitt lag der Eigenanteil zum 1. Juli bei 3.364 Euro monatlich. Hessen liegt mit 3.431 Euro über diesem Schnitt. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich: Am höchsten war die monatliche Belastung im ersten Heimjahr in Bremen mit 3.761 Euro, am niedrigsten in Sachsen-Anhalt mit 2.891 Euro.
Entlastungszuschläge senken Belastung
Die Eigenanteile für die reine Pflege sinken mit der Dauer des Heimaufenthalts: im ersten Jahr um 15 Prozent, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Trotz des höchsten Zuschlags stieg die Gesamtbelastung in Hessen ab dem vierten Jahr auf durchschnittlich 2.091 Euro – 175 Euro mehr als am 1. Juli 2025.
Datenbasis der Auswertung
Die Auswertung basiert auf den Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit den Heimen in allen Bundesländern. Zum vdek gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. Die steigenden Eigenanteile belasten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zunehmend.



