Frauen in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr im Mittel mehr verdient als Männer. Laut einer Mitteilung der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit lag der Medianlohn für vollzeitbeschäftigte Frauen im Dezember 2025 bei 3.661 Euro, während Männer auf 3.520 Euro kamen. Der Median bezeichnet den Wert, bei dem genau die Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient.
Ursachen für den Lohnvorsprung der Frauen
Die Arbeitsagentur führt den Unterschied darauf zurück, dass Frauen in Sachsen-Anhalt häufiger in besser bezahlten sozialen Berufen tätig sind. Insbesondere in der Human- und Zahnmedizin sowie im Erziehungs- und Unterrichtswesen sind die Entgelte überdurchschnittlich gestiegen. Human- und Zahnmediziner verdienten mit 7.775 Euro im Monat am meisten im Land. Die höchsten Lohnsteigerungen verzeichnete der Bereich Erziehung und Unterricht.
Insgesamt lag das Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt 2025 bei 3.563 Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Medianlohn 4.217 Euro.
Städte mit den höchsten Gehältern
Im Landesvergleich wurden in den drei großen Städten Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau die höchsten Entgelte erzielt. Die Daten basieren auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Allerdings werden Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet, sodass die tatsächlichen Einkommen für Spitzenverdiener nicht vollständig erfasst sind.
Arbeitsbedingungen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung
Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, betonte: „Eine gute Bezahlung bleibt ein wichtiger Baustein im Kampf um Fachkräfte.“ Langfristige Mitarbeiterbindung gelinge jedoch nur, wenn attraktive Arbeitsbedingungen hinzukämen – „etwa ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, Entwicklungsperspektiven und flexible Arbeitszeitmodelle“. Die Entwicklung zeigt, dass Sachsen-Anhalt bei der Lohnentwicklung aufholt, auch wenn das Niveau weiter unter dem Bundesschnitt liegt.



