Geburtsstation in Potsdam schließt sofort: Personalmangel
Geburtsstation in Potsdam schließt sofort

Das St.-Josefs-Krankenhaus in Potsdam hat seine Geburtsstation mit sofortiger Wirkung geschlossen. Wie der Träger Alexianer am Freitag mitteilte, können die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe aus personellen Gründen nicht mehr sicher betrieben werden. Ursprünglich war die Schließung erst für den 1. August 2026 vorgesehen.

Unerwarteter Personalengpass

„Aufgrund der geplanten Beendigung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe können die für eine sichere Versorgung erforderlichen personellen Voraussetzungen unerwartet nicht mehr erfüllt werden“, erklärte Sprecher Benjamin Stengl. Die Entscheidung sei kurzfristig gefallen, nachdem sich abgezeichnet habe, dass die erforderliche Personaldecke nicht mehr gewährleistet werden könne.

Betroffen sind nicht nur werdende Mütter, sondern auch Patientinnen mit gynäkologischen Beschwerden. Bereits vereinbarte Termine und geplante Behandlungen bis Ende Juli müssen abgesagt werden. Die Klinikleitung bat in einer Mitteilung um Verständnis für die „kurzfristige Entwicklung“.

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Hintergrund: Krankenhausreform

Die Schließung steht im Zusammenhang mit der bundesweiten Krankenhausreform, die eine Neuordnung der Kliniklandschaft vorsieht. Ursprünglich sollte das gesamte gynäkologische und geburtshilfliche Leistungsspektrum am Standort Potsdam noch bis zum 31. Juli 2026 angeboten werden. Nun wurde dieser Zeitpunkt deutlich vorgezogen.

„Das gesamte gynäkologische und geburtshilfliche Leistungsspektrum kann ab sofort und damit vor dem ursprünglich vorgesehenen Ende nicht mehr angeboten werden“, hieß es in der Mitteilung. Als Hauptgrund nannte die Klinik den Personalmangel, der die Sicherheit von Patientinnen und Neugeborenen nicht mehr gewährleiste.

Ausweichmöglichkeiten für Patientinnen

Patientinnen mit akuten gynäkologischen oder geburtshilflichen Beschwerden werden gebeten, sich an das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam zu wenden. Dieses Krankenhaus sei auf die Versorgung solcher Fälle eingestellt und könne die notwendige medizinische Betreuung sicherstellen.

Das restliche medizinische Angebot des St.-Josefs-Krankenhauses bleibt nach Angaben der Alexianer weiterhin bestehen. Welche Abteilungen langfristig am Standort erhalten bleiben, ist noch unklar. Die Krankenhausreform sieht für viele Häuser Einschnitte vor, insbesondere in der stationären Versorgung.

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