Sachsen: Deutlich mehr Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse 2025
Mehr Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse in Sachsen

Anstieg der Anerkennungsanträge

Die Nachfrage von Menschen mit ausländischen Wurzeln nach einer beruflichen Tätigkeit in Sachsen wächst. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte, gingen im Jahr 2025 insgesamt 2.824 Anträge auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation ein. Dies entspricht einem Anstieg von 117 Anträgen oder 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, bei dem die Zahl der Anträge kontinuierlich zunimmt.

Nur jede zweite Qualifikation als vollwertig anerkannt

Von den 2.824 bearbeiteten Verfahren wurden lediglich 1.136 ausländische Abschlüsse als vollständig gleichwertig zu einem deutschen Berufsabschluss bewertet. Das ist weniger als die Hälfte aller Anträge. Gleichzeitig stieg die Zahl der positiven Bescheide mit Auflagen: In 165 Fällen wurde die Anerkennung mit der Bedingung verbunden, etwa fehlende Kenntnisse nachzuweisen oder zusätzliche Prüfungen abzulegen. 165 Anträge wurden hingegen abgelehnt, was einer Ablehnungsquote von rund 5,8 Prozent entspricht.

Pflegekräfte und Ärzte dominieren

Die meisten Anträge betrafen Berufe mit Fachkräftemangel. Mit 732 Anträgen waren Pflegefachkräfte die größte Gruppe, gefolgt von Ärzten (441 Anträge zur Erteilung der Approbation) und Lehrern (388 Anträge). Diese drei Berufsgruppen machen zusammen über 55 Prozent aller Anträge aus. Das Statistische Landesamt betonte, dass die Nachfrage insbesondere in systemrelevanten Berufen hoch sei, um den Personalbedarf in Sachsen zu decken.

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Herkunftsländer: Ukraine, Syrien, Brasilien

Die meisten Anträge kamen von Personen, die ihre Ausbildung in der Ukraine (666) abgeschlossen haben. Damit liegt die Ukraine vor Syrien (478) und Brasilien (137). Die hohe Zahl ukrainischer Antragsteller spiegelt die Fluchtbewegung infolge des Krieges wider. Insgesamt bearbeitete die zuständige Behörde Anträge aus über 80 Ländern. Die Anerkennungsquote variierte stark je nach Herkunftsland und Berufsgruppe.

Bedeutung für den sächsischen Arbeitsmarkt

Die steigende Zahl von Anträgen zeigt, dass ausländische Fachkräfte zunehmend in Sachsen Fuß fassen wollen. Allerdings bleibt die vollständige Gleichwertigkeit eine Hürde. Nur 40,2 Prozent der Abschlüsse wurden ohne Auflagen anerkannt. Laut dem Statistischen Landesamt sind die Unterschiede auf unterschiedliche Ausbildungsstandards und fehlende Nachweise zurückzuführen. Die Landesregierung fördert daher Programme zur Nachqualifizierung, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Insgesamt bleibt die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung in Sachsen. Der Trend zu mehr Anträgen wird sich nach Einschätzung der Behörde fortsetzen, da der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in vielen Branchen ungebrochen ist.

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