Pflegebedürftige in Schleswig-Holstein müssen für einen Heimplatz immer tiefer in die Tasche greifen. Wie eine aktuelle Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zeigt, lag die durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Jahr des Heimaufenthalts Anfang Juli 2026 bei 3.148 Euro monatlich. Das sind 236 Euro mehr als im Vorjahr. Damit fiel der Anstieg im Norden geringer aus als im Bundesdurchschnitt, wo die monatliche Zuzahlung um 256 Euro auf durchschnittlich 3.364 Euro zulegte.
Bundesweiter Vergleich: Schleswig-Holstein unter dem Schnitt
Die Höhe des Eigenanteils variiert von Bundesland zu Bundesland erheblich. Ursachen sind unterschiedliche Personalkosten sowie die Investitionsförderung der Länder. In Schleswig-Holstein liegen die Kosten unter dem nationalen Mittel – das Land gehört damit zu den günstigeren Standorten für Pflege. Dennoch belastet der Anstieg die Betroffenen und ihre Angehörigen zunehmend.
„Investitionskosten sind Ländersache und müssen endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden“, forderte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Dies gelte ebenso für die Ausbildungskosten des Pflegepersonals. Nach Berechnungen des Verbands könnten Heimbewohner rund 650 Euro monatlich entlastet werden, wenn die Länder diese Posten übernähmen.
Kostensenkung bei längerem Aufenthalt
Mit zunehmender Verweildauer im Heim sinkt der Eigenanteil, da die Pflegekasse einen steigenden Zuschuss gewährt. Erwachsene Kinder, deren Jahresbruttoeinkommen 100.000 Euro übersteigt, müssen sich an den Kosten beteiligen. Über diese Regelung wird derzeit in der Koalition diskutiert. Können Pflegebedürftige den Heimaufenthalt nicht aus eigener Tasche finanzieren, haben sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf staatliche Hilfe.



