ProSiebenSat.1 startet neuen TV-Sender Sat.2 für Zielgruppe 45-65
ProSiebenSat.1 startet Sat.2 für Zielgruppe 45-65

Die Privatsendergruppe ProSiebenSat.1 bringt einen neuen Fernsehsender auf den Markt. Der Kanal mit dem Namen Sat.2 soll im Winter 2026 starten und sich gezielt an ein Publikum zwischen 45 und 65 Jahren richten. Dies gab Content-Chef Henrik Pabst in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ bekannt. „Mit Sat.2 wollen wir unser Portfolio strategisch erweitern und insbesondere den Zuschauerinnen und Zuschauern ab 50 Jahren eine neue und zusätzliche Alternative für ihre Entertainment-Bedürfnisse bieten“, so Pabst.

Senderfamilie wächst auf acht Marken

Mit Sat.2 umfasst die Senderfamilie von ProSiebenSat.1 künftig acht Marken. Bislang gehören dazu die Vollprogramme Sat.1, ProSieben und Kabel Eins sowie die Spartensender Sixx, ProSieben MAXX, Sat.1 Gold und Kabel Eins Doku. Der neue Sender soll sowohl im klassischen Fernsehen als auch auf der Streamingplattform Joyn und auf Drittplattformen verbreitet werden. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die durchschnittliche tägliche Fernsehdauer in Deutschland von 220 Minuten im Jahr 2020 auf nur noch 158 Minuten im Jahr 2025 gesunken ist – ein Rückgang um rund 28 Prozent.

Programm setzt auf Archivklassiker

Unter dem Motto „Wiedersehen macht Freude“ soll Sat.2 vor allem auf bekannte Programme aus dem Archiv von Sat.1 setzen. Pabst nannte als Beispiele die Serien „Der Bulle von Tölz“ und „Kommissar Rex“ sowie die Telenovela „Verliebt in Berlin“. Der Schwerpunkt liege auf deutscher Fiktion. Die Strategie zielt darauf ab, ältere Zuschauer anzusprechen, die mit diesen Formaten vertraut sind.

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ProSiebenSat.1 sieht in der wachsenden Beliebtheit seiner Spartensender einen Beleg für den Erfolg dieses Konzepts. So legten Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx und Kabel Eins Doku in den vergangenen Jahren bei den Marktanteilen zu. Sat.1 Gold als erfolgreichster Spartensender des Konzerns erreichte 2025 einen Marktanteil von 2,4 Prozent beim Gesamtpublikum und lag damit nur knapp hinter ProSieben und Kabel Eins (jeweils 2,7 Prozent). Die anderen Spartenprogramme blieben unter einem Prozent.

Abgrenzung zu Sat.1 Gold könnte schwierig werden

Die Einführung von Sat.2 wirft jedoch Fragen zur Abgrenzung gegenüber dem bestehenden Sender Sat.1 Gold auf. In einem aktuellen Werbevideo für Sat.1 Gold, in dem Serien wie „Mord ist ihr Hobby“ oder „Die Waltons“ als Highlights beworben werden, lautet der Slogan „Auf die guten alten Zeiten“. Da sich beide Sender auf ältere Inhalte konzentrieren, könnte die Programmüberschneidung zu Verwirrung bei den Zuschauern führen.

Trotz des allgemeinen Trends sinkender TV-Nutzung zeigt sich Programmchef Pabst zuversichtlich: „Die Werbewirtschaft hat auch positive Signale gegeben.“ ProSiebenSat.1 gehört seit knapp einem Jahr mehrheitlich zu Media for Europe (MfE), dem Konzern des italienischen Unternehmers Pier Silvio Berlusconi. Der neue Sender soll das Portfolio strategisch ergänzen und die Position der Gruppe im werbefinanzierten Fernsehen stärken.

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