Der Ingolstädter Autobauer Audi hat im zweiten Quartal 2024 einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnet. Wie das Unternehmen mitteilt, sanken die Auslieferungen der Volkswagen-Tochter um 8,2 Prozent auf 367.139 Fahrzeuge. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Quartale fort. Im zweiten Quartal 2023 hatte Audi noch fast eine halbe Million Autos ausgeliefert. Seither ging es dreimal in Folge bergab.
Schwieriges Marktumfeld in China und USA
Besonders schwach entwickelten sich die Verkäufe in China und den USA. Das Unternehmen spricht von einem „anspruchsvollen und hoch wettbewerbsintensiven Marktumfeld“ in China. „Seit Jahresbeginn haben Faktoren wie die Änderungen in der Förder- und Steuerpolitik, steigende Kraftstoffpreise und der anhaltende Preiswettbewerb die Nachfrage im Gesamtmarkt belastet“, so ein Audi-Sprecher. Der chinesische Markt, einst eine wichtige Stütze, bereitet der Marke mit den vier Ringen weiterhin Kopfzerbrechen.
Positive Signale aus Westeuropa
Immerhin gibt es Lichtblicke: Die Auftragseingänge in Westeuropa legten um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu und setzten damit ihren Wachstumskurs fort. Besonders beliebt waren die Modelle Audi Q3 und der vollelektrische Audi A6 e-tron. Diese Entwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen in Europa trotz allgemeiner Konjunktursorgen stabil bleibt.
Vergleich mit Mercedes und BMW
Im Vergleich zu den deutschen Wettbewerbern Mercedes-Benz und BMW schneidet Audi etwas schlechter ab. Mercedes meldete für das zweite Quartal einen Rückgang um 6 Prozent auf 511.900 Autos, BMW verzeichnete ein Minus von knapp 5 Prozent auf 590.962 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW lag mit einem Rückgang um 7,7 Prozent jedoch nur minimal besser als Audi. Der Druck auf die deutschen Premiumhersteller bleibt also hoch, insbesondere im wichtigen chinesischen Markt.
Ausblick und Herausforderungen
Audi steht vor der Herausforderung, in China wieder Fuß zu fassen. Der Preiswettbewerb und die politischen Rahmenbedingungen erschweren das Geschäft. In den USA belasten Handelskonflikte und eine abkühlende Konjunktur die Nachfrage. Europa hingegen könnte mit der wachsenden Beliebtheit von Elektroautos wie dem A6 e-tron neue Impulse liefern. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Audi den Abwärtstrend stoppen kann.



