Bahn-Chefin Palla warnt vor ungesteuertem Wettbewerb durch Italo-Einstieg
Bahn-Chefin warnt vor ungesteuertem Wettbewerb durch Italo

Bahn-Chefin Evelyn Palla warnt vor ungesteuertem Wettbewerb

Die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, hat angesichts des geplanten Einstiegs des italienischen Bahnkonzerns Italo in den deutschen Markt vor einem „ungesteuerten Wettbewerb“ gewarnt. Bei einem Pressegespräch am Montagabend in Berlin erklärte sie, dass die Ankündigung eines neuen Wettbewerbers zwar grundsätzlich positiv sei und Wettbewerb das Geschäft belebe, jedoch dürfe dieser nicht zum Selbstzweck werden. Es müsse sichergestellt werden, dass die Vorteile nicht nur wenigen Metropolen zugutekommen.

Sorge um Flächenabdeckung

Palla betonte: „Wir müssen achtsam sein, dass am Ende nicht auf einigen wenigen Strecken ein neuer Anbieter fährt, während wir in der Fläche Verbindungen verlieren.“ Um dies zu verhindern, seien neue und bessere politische Rahmenbedingungen erforderlich. Andernfalls drohe ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich für die Mehrheit negativ auswirken könnten. Die Herausforderung für die Politik bestehe darin, auch mit mehr Wettbewerb ein verlässliches und vertaktetes Gesamtsystem für alle Menschen in Deutschland aufrechtzuerhalten.

Infrastruktur als Engpass

Die Bahn-Chefin wies darauf hin, dass der eigentliche Engpass in Deutschland nicht der Wettbewerb, sondern die Infrastruktur sei. Der italienische Konzern Italo plant, ab 2028 in den deutschen Markt einzusteigen. Laut einem Bericht des „Spiegel“ fordert Italo dabei Sonderkonditionen, darunter einen festgelegten Mindestanteil an Kapazitäten. Philipp Nagl, Chef der Infrastrukturgesellschaft der Bahn, hatte sich am Wochenende gegen solche Sonderkonditionen ausgesprochen.

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