BMW hat im zweiten Quartal einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Der Nettogewinn sank um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie der Autobauer mitteilte. Auch der Umsatz fiel von 34 auf 31 Milliarden Euro. Die Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit des angekündigten Stellenabbauprogramms, das den Abbau von 8000 Arbeitsplätzen weltweit vorsieht.
Operatives Ergebnis bricht um 60 Prozent ein
Noch drastischer ist der Einbruch im Kerngeschäft Automobile: Das operative Ergebnis (Ebit) sackte um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ab. Damit verdiente BMW im abgelaufenen Quartal mit seinen Finanzdienstleistungen mehr als mit der Autoproduktion. Besonders schlecht liefen die Geschäfte in China, dem weltgrößten Automarkt. Der Absatz in der Volksrepublik brach im zweiten Quartal um fast ein Drittel ein. Der verschärfte Wettbewerb und die wirtschaftliche Schwäche in China setzen den Münchnern massiv zu.
Schwerer Start für den neuen CEO
Für den neuen BMW-Chef Milan Nedeljkovic, der Mitte Mai die Führung übernahm, ist es ein schwerer Einstand. Bereits wenige Wochen nach Amtsantritt musste er eine Gewinnwarnung aussprechen. Nun äußerte er sich direkt zu den Sparplänen: „Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein.“
Sparkurs wird verschärft
Finanzvorstand Walter Mertl kündigte an, die Effizienzmaßnahmen zu intensivieren: „Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis.“ Bereits im Vorjahr war die Mitarbeiterzahl bei BMW gesunken. Das neue Abfindungsprogramm in Deutschland ist Teil der Restrukturierung.
Abwärtsspirale bei deutschen Herstellern
Lange galt BMW als robuster als die Konkurrenten Mercedes-Benz und Volkswagen. Doch inzwischen holen die Probleme auch die Münchner ein. Mit 1,2 Milliarden Euro Gewinn liegt BMW im zweiten Quartal knapp vor Mercedes (1,09 Milliarden), aber deutlich hinter Volkswagen (1,54 Milliarden), das aber auch wesentlich größer ist. Der Abwärtstrend wird im Mehrjahresvergleich sichtbar: Im ersten Halbjahr 2026 erzielte BMW 2,9 Milliarden Euro Gewinn, nach 4,0 Milliarden im Vorjahr, 5,7 Milliarden 2024 und 6,6 Milliarden 2023. 2022 waren es wegen Sondereffekten sogar über 13 Milliarden.
Hoffnung auf die Neue Klasse
BMW setzt Hoffnung auf die Fahrzeuge der „Neuen Klasse“. Das erste Modell, der iX3, wurde bereits über 50.000 Mal gebaut. Die Zahl der Bestellungen soll sich auf den Weg zur 100.000 befinden. Dennoch ist eine schnelle Erholung nicht in Sicht. Die Restrukturierungskosten werden das zweite Halbjahr belasten, und der weltweite Automarkt bleibt herausfordernd.



