Shell-Gewinn mehr als verdoppelt: Quartalszahlen im Überblick
Shell-Gewinn mehr als verdoppelt: Quartalszahlen

Die aktuellen Geschäftszahlen der Quartalssaison zeigen ein gemischtes Bild: Während Energiekonzerne von hohen Rohstoffpreisen profitieren, belasten Lieferkettenprobleme und eine schwache Nachfrage andere Branchen. Insbesondere der Ölmulti Shell verzeichnete einen Gewinnsprung.

Shell verdoppelt Gewinn dank hoher Öl- und Gaspreise

Der britische Energiekonzern Shell hat seinen bereinigten Gewinn im zweiten Quartal 2026 mehr als verdoppelt. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Gewinn auf 9,8 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 8,6 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 42 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und mehr als einer Verdoppelung zum Vorjahreszeitraum. Grund sind die infolge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise. Vor allem das Gasgeschäft, die Förderung und die Chemiesparte trugen zum Zuwachs bei. Shell kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über mindestens drei Milliarden Dollar an.

Technologiekonzerne: Microsoft überrascht positiv, Meta und Qualcomm enttäuschen

Im Technologiesektor gab es unterschiedliche Signale. Microsoft verzeichnete ein überraschend starkes Cloud-Wachstum und übertraf die Markterwartungen. Der Softwarekonzern profitiert von hohen Investitionen in Rechenzentren im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), die sich nun in steigenden Umsätzen niederschlagen.

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Der Facebook-Konzern Meta enttäuschte hingegen mit seinem Ausblick. Die beschleunigten Investitionen in KI-Angebote belasten die Bilanz, während das Kerngeschäft weiterhin solide läuft. Der Chip-Hersteller Qualcomm gab einen schwachen Gewinnausblick für das vierte Quartal ab. Konzernchef Cristiano Amon erklärte gegenüber Reuters, das Unternehmen plane ab dem 1. September Preiserhöhungen, um die Margen zu stabilisieren. Zudem leide Qualcomm unter gestiegenen Kosten in der Lieferkette und einem stärker als erwarteten Umsatzrückgang bei Apple-Produkten aufgrund von Lieferengpässen.

Automobilbranche: BMW bricht ein, Renault und Stellantis erholen sich

Die Krise auf dem chinesischen Automarkt trifft BMW schwer. Der Gewinn des Münchner Autobauers brach im zweiten Quartal um 34,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein, der Umsatz schrumpfte um 7,9 Prozent. Die operative Marge im Autogeschäft sank auf 2,3 Prozent. BMW hatte bereits am Mittwoch angekündigt, Tausende Stellen in Deutschland zu streichen.

Positiver entwickelten sich Renault und Stellantis. Der französische Autobauer Renault kehrte dank eines starken Elektroauto-Absatzes in die Gewinnzone zurück: Der Umsatz stieg um 9,4 Prozent auf 30,25 Milliarden Euro, unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 700 Millionen Euro. Der Absatz reiner Elektroautos sprang um 47,6 Prozent. Stellantis, der Mutterkonzern von Opel, erzielte einen Umsatz von 43,5 Milliarden Euro (+13 Prozent) und ein bereinigtes operatives Ergebnis von 773 Millionen Euro. Vor allem der nordamerikanische Markt sorgte für Auftrieb, während Europa verhalten blieb.

Weitere Unternehmen: Adidas, Sanofi, Kion und andere

Adidas profitierte von der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika und hob seine Umsatzprognose an: Statt bis zu neun Prozent erwartet der Sportartikelhersteller nun ein währungsbereinigtes Wachstum von neun bis zehn Prozent. Der operative Gewinn blieb mit rund 2,3 Milliarden Euro unverändert. Der französische Pharmakonzern Sanofi steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, getrieben durch das Mittel Dupixent. Der operative Gewinn stieg um 33,7 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen. Der Stapler- und Lagertechnikkonzern Kion meldete einen Anstieg des bereinigten operativen Gewinns um zwölf Prozent auf 429,6 Millionen Euro bei einem Umsatzplus von 3,5 Prozent.

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