Der Münchner Premiumhersteller BMW hat angekündigt, weltweit 8000 Stellen zu streichen. Der Stellenabbau betrifft vor allem die Verwaltung und Entwicklung, die Produktion soll weitgehend verschont bleiben. Damit reagiert BMW auf eine tiefgreifende Krise der Automobilindustrie, die durch den Übergang zur Elektromobilität, steigende Kosten und schwächelnde Nachfrage ausgelöst wird.
Warum BMW Stellen abbaut
Die Gründe für den Abbau sind vielschichtig. Einerseits kämpft BMW wie alle Hersteller mit den hohen Investitionen in Elektroautos und Software. Andererseits hat der Konzern spezifische Probleme: Die Modellpalette ist teils überaltet, der Absatz in China, dem wichtigsten Markt, stagniert. „Es handelt sich um eine substanzielle Veränderung der Spielregeln“, sagte ein Branchenkenner dem SPIEGEL. Anders als bei Volkswagen und Mercedes, die vor allem Produktionskapazitäten reduzieren, setzt BMW den Rotstift primär in den indirekten Bereichen an.
Was BMW besser macht als die Konkurrenz
Trotz des Stellenabbaus steht BMW im Vergleich zu VW und Mercedes besser da. Der Münchner Konzern ist profitabler, hat eine schlankere Kostenstruktur und eine flexiblere Fertigung. Während Volkswagen mit hohen Fixkosten und komplizierten Tarifstrukturen kämpft, kann BMW schneller auf Marktveränderungen reagieren. Auch das Image der Marke ist stärker, was höhere Preisspielräume erlaubt. „BMW hat es geschafft, den Premiumanspruch zu halten, während Mercedes und Audi an Profil verloren haben“, so der Experte.
Alarmsignal für die gesamte Branche
Der Stellenabbau bei BMW ist dennoch ein Alarmsignal. Er zeigt, dass selbst der starke Premiumanbieter nicht immun gegen die strukturelle Krise der Branche ist. Die Zahl von 8000 Stellen entspricht rund fünf Prozent der Belegschaft. Analysten erwarten, dass auch andere Hersteller nachziehen werden. Besonders betroffen sind Zulieferer, die bereits Massenentlassungen angekündigt haben. Die Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel, dessen Ende noch nicht absehbar ist.
Zukunftsperspektiven
BMW will den Stellenabbau sozialverträglich gestalten: Vor allem Abfindungen und Altersteilzeit sollen genutzt werden. Gleichzeitig investiert der Konzern Milliarden in neue Elektro-Plattformen und Batteriefabriken. Ob diese Strategie aufgeht, hängt auch von der politischen Unterstützung ab. Die Bundesregierung plant weitere Anreize für E-Autos, doch der Markt bleibt volatil. Für BMW geht es jetzt darum, die Kosten zu senken, ohne die Innovationskraft zu verlieren.



