BYD Dolphin G DM-i: Der erste Plug-in-Kleinwagen mit 105 km E-Reichweite
Der chinesische Hersteller BYD bringt mit dem Dolphin G DM-i einen innovativen und preiswerten Plug-in-Hybrid-Kleinwagen auf den Markt. Der Superhybrid fährt 105 Kilometer elektrisch und hat eine Gesamtreichweite von über 1000 Kilometern. Damit fordert BYD die Konkurrenz im wichtigen Kleinwagensegment direkt heraus.
Als rein elektrisch angetriebenes Modell gibt es den Dolphin bereits, jetzt legt der chinesische Weltmarktführer BYD noch einmal nach. Mit seiner Super-Hybrid-Technologie und bis zu 1040 Kilometern Reichweite ist der Dolphin G DM-i ein direkter Angriff auf VW Polo, Renault Clio und Toyota Yaris. Bei Testfahrten im Berliner Großstadtverkehr und auf Brandenburger Autobahnen präsentierte sich das 4,16 Meter lange Fahrzeug als kompaktes, sportliches und alltagstaugliches Familienfahrzeug.
Das kompakte Fließheckmodell ist das erste Fahrzeug, das gezielt für internationale Märkte wie Europa entwickelt wurde, betont das Unternehmen. BYD will damit seine zuletzt enorm erfolgreiche Entwicklung fortsetzen – auch durch eine aggressive Preisstrategie und den schnellen Ausbau des Händler- und Servicenetzes.
Erfolgreiche Entwicklung
Das Unternehmen ist aktuell Marktführer in Deutschland beim Verkauf von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen – unter den Top 10 sind drei BYD-Modelle. Auf Platz eins steht der kompakte Plug-in-Hybrid Atto 2 DM-i – noch vor VW, Audi, Mercedes und BMW. Die 20.000 neu zugelassenen BYD-Fahrzeuge seit Jahresanfang sind eine Verdreifachung der Vorjahresverkäufe. BYD schaffte es 2025 sogar, im Mittelklassesegment eine Spitzenposition zu erreichen. Vor allem der Seal U trieb 2025 den Umsatz. Europaweit setzte BYD von dem Familien-SUV über 72.000 Fahrzeuge ab und war damit meistverkaufter Hybrid im Mittelklasse-Segment – noch vor den deutlich teureren Konkurrenten VW Tiguan und Volvo XC60. Gut verkauft sich auch der Hybrid-SUV Seal 6 DM-i.
In Deutschland bietet BYD inzwischen eine nahezu verwirrende Vielfalt von zwölf Modellen an, teilweise unter dem gleichen Namen trotz komplett verschiedenen Außen-Designs und Technik. Gerade auch beim Dolphin. So gibt es nicht nur den vollelektrischen Dolphin, sondern auch den elektrischen Kleinwagen Dolphin Surf. Dieses ebenfalls sehr erfolgreiche Modell hat kürzlich den „Car of the Year Awards“ 2026 als „Bestes Stadtauto“ erhalten. Und dazu kommt nun noch der Kleinwagen Dolphin G DM-i.
Lokal emissionsfrei
Gegenwärtig hat BYD insgesamt acht vollelektrische Fahrzeuge zur Auswahl. Angeboten werden die Kompakt-SUVs Atto 2 und Atto 3 Evo, die sportliche Limousine Seal, der Familien-SUV Seal U sowie der Crossover-SUV Sealion 7 und der siebensitzige Familien-SUV Tang. Den Atto 2 gibt es ebenfalls als Super-Hybrid Atto 2 DM-i mit nahezu baugleicher Technik wie jetzt beim Dolphin G DM-i.
Der Dolphin G – das DM-i steht für Dual Mode Intelligent – verbindet eine lokal emissionsfreie Mobilität eines reinen Elektrofahrzeugs mit der Langstreckentauglichkeit eines Plug-in-Hybrid-Antriebs. Dabei sitzt unter der Fronthaube ein Elektromotor mit 120 kW (163 PS) Leistung und 210 Nm Drehmoment. Ist die Batterie voll, kommt ausschließlich der Elektromotor an der Vorderachse zum Einsatz, der zudem beim Bremsen Energie rekuperiert und die Batterie auflädt.
Benzinmotor unterstützt
Zusätzlich gibt es einen Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,5 Liter Hubraum und 70 kW (95 PS) Leistung. Dieser speziell entwickelte Motor lädt bei niedrigerem Ladezustand als Generator die Batterie. Daneben unterstützt der Verbrenner den Elektromotor in Situationen, in denen maximale Beschleunigung abgerufen wird. Bei sehr niedriger Batterieladung arbeitet der Benzinmotor ganz alleine. Mit vollständig geladener Batterie und vollem Kraftstofftank sollen bis zu 1040 Kilometer Reichweite ohne längere Lade- oder Tankstopps möglich sein, betont BYD – damit schafft man es ohne Nachladen von Berlin nach Paris. Der gewichtete Benzinverbrauch soll bei lediglich 1,4 Litern pro 100 Kilometer liegen; bei vollständig entladener Batterie wird von BYD ein Verbrauch von 4,5 Litern angegeben. Bei einer Challenge unter Fachjournalisten wurden sogar nur 3,5 Liter verbraucht.
Diese Kombination aus Effizienz und Langstreckentauglichkeit macht den Dolphin G DM-i zu einem attraktiven Angebot. In den drei höheren Ausstattungsvarianten Boost, Comfort und Sport gibt es eine 18,3 kWh große Batterie, mit der bis zu 105 Kilometer rein elektrisch gefahren werden. Damit können tägliche Pendlerfahrten oder städtischer Verkehr vollständig elektrisch bewältigt werden. Die Basisversion Active ist dagegen mit einer nur 7,42 kWh starken Batterie ausgestattet – das reicht gerade mal für eine enttäuschend geringe elektrische Reichweite von 40 Kilometern.
Auch extern aufladbar
Der Dolphin G DM-i hat noch ein Alleinstellungsmerkmal in der extrem wichtigen Kleinwagen-Klasse, die immerhin für ein Drittel der europäischen PKW-Verkäufe steht: Die Batterie des Dolphin G DM-i kann wie ein Plug-in-Hybrid aufgeladen werden – anders als ein Vollhybrid wie etwa der Toyota Yaris. Auch das ist ein Vorteil. Natürlich ist der Kleinwagen kein Lademonster mit 1000-Volt-Ladearchitektur wie in der Oberklasse. Aber zumindest verfügt die Basisversion Active über einen On-Board-Charger mit 3,3 kW, der die Batterie in knapp unter drei Stunden auf 100 Prozent aufladen kann. Schneller geht es in den Ausstattungsversionen Boost, Comfort und Sport. Da ist die Ladeleistung auf 6,6 kW erhöht und es wird zusätzlich eine DC-Schnellladefunktion mit bis zu 39 kW geboten. Damit lädt die 18,3-kWh-Batterie in nur 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
„Durch die Kombination aus hoher elektrischer Reichweite, intelligenter Hybridtechnologie und modernen digitalen Funktionen in einem erschwinglichen, kompakten Fahrzeug schaffen wir nachhaltige Mobilität, die nicht nur intelligenter, sondern vor allem auch alltagstauglicher ist – und damit für deutlich mehr Menschen in ganz Europa erreichbar wird“, erklärte BYD-Vize-Präsidentin Stella Li.
Wendig und sportlich
Der neue Dolphin G DM-i ist mit 4,16 Metern rund 13 Zentimeter kürzer als sein vollelektrischer Bruder, der aber schon zur Kompaktklasse zählt, und 17 Zentimeter länger als der vollelektrische Kleinwagen Dolphin Surf. Auch optisch unterscheidet sich das neue Hybrid-Modell vom größeren Dolphin und dem Dolphin Surf deutlich durch eine glatte Front und eine stärker abfallende Haube. Dazu kommen schmalere, serienmäßige LED-Scheinwerfer, die mit einer wagenbreiten, schwarzen Leiste verbunden sind. Pluspunkt: Die Designer haben nicht den schwarzen Frontgrill des vollelektrischen Dolphins übernommen – der Dolphin G sieht deutlich besser aus. Hinzu kommen Luftauslässe an den Kotflügeln, die die Strömungsdynamik verbessern sollen. Neben der attraktiven Basislackierung Orange Sunset kann unter fünf weiteren Farben gewählt werden.
Entlang der Seite zieht sich eine leicht ansteigende Linie vom vorderen Kotflügel bis ins Heck, im unteren Türbereich gibt es kräftige Flächen. Auffällig ist der kecke Knick hinter der Tür der Rückbank und der kurze Dachspoiler über dem steil abfallenden Heck, die das Fahrzeug dynamisch wirken lassen. Am Heck erstreckt sich eine durchgehende LED-Leiste über die gesamte Breite, in die sowohl das BYD-Logo als auch die Rückleuchten integriert sind. Im Dachspoiler sitzt eine dritte Bremsleuchte.
Der Innenraum wirkt sehr aufgeräumt und durchaus ansprechend. Das Armaturenbrett, dessen glänzende Flächen an Klavierlack erinnern, ist von klaren, horizontalen Linien geprägt, die die optische Breite betonen. Die Lüftungsdüsen der automatischen Klimaanlage sitzen an beiden Enden. Dominiert wird das Armaturenbrett vom großen, querliegenden Touchscreen, über den sämtliche Funktionen gesteuert werden. Auf der Mittelkonsole gibt es lediglich eine kurze Tastenleiste – für die Frontscheibenenteisung und mit zwei Kippschaltern für die vier Fahrmodi – von „Snow“ bis „Sport“, und der Wahl zwischen elektrischem oder Verbrenner-Modus. Gestartet wird der Dolphin G übrigens immer im Elektro-Modus. Der Gangwahlhebel der Schaltautomatik sitzt hinter dem Lenkrad – eine Handschaltung gibt es nicht. Dadurch ist auf der Mittelkonsole genügend Ablagefläche und eine Handy-Ladeschale. Darunter sitzt noch eine größere Ablage. Das 8,8-Zoll-Fahrerinfo-Instrument ist hinter dem handlich kleinen Lenkrad gut zu sehen. Angenehm ist trotzdem das zusätzlich erhältliche Head-up-Display.
Überraschend geräumig
Der für einen Kleinwagen lange Radstand von 2,61 Metern macht den Innenraum überraschend geräumig. Die Sitze sind angenehm fest. Es gibt viel Platz für fünf Erwachsene – auch auf der Rückbank mit genügend Kopffreiheit. Das Kofferraumvolumen beträgt 425 Liter – mehr haben auch viele größere Wagen in der Kompaktklasse nicht. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf bis zu 1225 Liter.
Beim Fahrtest in Berlin und dem Umland präsentierte sich der Dolphin G mit angenehm straffer Straßenlage, auch die Lenkung ist sehr direkt. Der Fließheck-Kleinwagen, der auf 16 Zoll oder wahlweise 18 Zoll großen Felgen rollt, zeigte sich durchaus sportlich mit kräftigem Anzugsmoment und angenehm wendig. Vor allem ist er auch leicht zu parken, weil schon die Basisausführung mit Front- und Hecksensoren sowie einer Heckkamera ausgerüstet ist. Bemerkenswert ist der kleine Wendekreis von nur 5,15 Metern – ideal für enge Straßen und Parklücken.
Der Dolphin G beschleunigt außerdem in nur 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Das merkt man gerade im Sport-Modus, wo der Dolphin G seine Spurtkraft zeigt, wenn es die Verkehrssituation erfordert. Im Eco-Modus beschleunigt der nur 1.450 Kilo schwere Wagen dagegen eher behäbig. Irritierend sind anfänglich die unterschiedlichen Warntöne – etwa bei Tempüberschreitung oder beim Verlassen der Spur. Vor allem der Spurhalteassistent zeigte sich als sehr sensibel. Der Dolphin G sorgte zudem einmal für eine Schrecksekunde, als an einer Kreuzung die Notbremsautomatik abrupt eine Vollbremsung einlegte, obwohl kein Hindernis die Straße blockierte. Die gesamte, einhundert Kilometer lange Testfahrt konnte übrigens im elektrischen Modus zurückgelegt werden. Positiv ist zudem, dass selbst beim bewussten Umschalten durch die gute Dämmung nicht zu hören ist, ob der Verbrennermotor arbeitet.
Android Auto und Apple CarPlay
Im Innenraum umfasst die Serienausstattung unter anderem ein 10,1-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem mit intelligenter Sprachsteuerung und Smartphone-Integration durch Android Auto und Apple CarPlay sowie eine Klimaautomatik. Bei der Boost-Variante gibt es ein größeres 12,8-Zoll-Infotainment-Display und zusätzlich beheizbare Vordersitze, mehrfarbige Ambientebeleuchtung im Innenraum sowie ein leistungsstärkeres Audiosystem mit acht Lautsprechern. Ab der Boost-Linie gibt es zudem eine zusätzliche Steckdose – im Kleinwagensegment ganz ungewöhnlich. Damit können Geräte extern aufgeladen werden – etwa E-Bikes, Laptops oder Gartengeräte.
Umfangreiches Sicherheitspaket
Zudem gibt es ein umfassendes Paket an Fahrerassistenzsystemen und serienmäßig Front- und Heckparksensoren. Die Varianten Active und Boost bieten zusätzlich eine Rückfahrkamera, die Ausstattungslinien Comfort und Sport außerdem eine 360-Grad-Kamera für eine optimale Rundumsicht. Die Variante Comfort ist zudem mit einem großformatigen Head-up-Display sowie einem Panoramadach mit elektrisch verstellbarem Sonnenschutz ausgestattet. Zur Fahrerassistenz gehören in allen Ausstattungslinien unter anderem ein Abstandsregeltempomat, ein Intelligent Cruise Control-System, eine Verkehrszeichenerkennung und ein Heckkollisionswarner. Dazu kommen ein Notfall-Spurhalteassistent und Spurverlassenswarner, Front- und Heck-Querverkehrswarner inklusive Querverkehrsbremsfunktion, Totwinkelwarner, ein Fahrerüberwachungssystem sowie eine Ausstiegswarnung.
Ab 134 Euro monatlich zu haben
Der Dolphin G DM-i, der ab sofort bestellbar ist, kostet in der Basisversion 28.990 Euro. Die Variante Boost ist ab 31.900 Euro erhältlich, die Comfort-Version ab 33.490 Euro und die Sport-Line kostet 34.490 Euro. BYD bietet dazu für die Batterie und die Antriebstechnik eine Garantie über acht Jahre oder 250.000 Kilometer Fahrleistung. Das Modell erfüllt die Förderkriterien der Bundesregierung. Die 4.500 Euro staatliche Förderung können als Anzahlung eingebracht werden – dazu sind in der Basisversion monatlich 134 Euro zu zahlen.



