China hat im Juni 2026 erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge exportiert – ein Rekord. Laut Zolldaten stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 73 Prozent. Im ersten Halbjahr summierten sich die Ausfuhren auf über 5,3 Millionen Autos, ein Plus von 53 Prozent. Das berichtet das „Handelsblatt“.
Deutsche Autoindustrie unter Druck
Für die kriselnden deutschen Hersteller ist dies eine weitere schlechte Nachricht. Die chinesischen Hersteller haben in ihrer Heimat selbst mit Problemen zu kämpfen: Nach Kürzung der E-Autoprämie und gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs brach die Nachfrage nach E-Autos und Verbrennern ein. Um die Verluste auf dem Heimatmarkt auszugleichen, forcieren die Hersteller ihre Exporte – offenbar mit Erfolg.
China als Exportweltmeister
China ist inzwischen nicht nur der größte Auto-Exporteur der Welt, sondern auch bei der Qualität können die Fahrzeuge mithalten. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer (75) sagt zu BILD: „Die deutschen Hersteller haben zu lange darauf gesetzt, ihre bewährten Modelle mit nur leichten Veränderungen auch in China anzubieten. Dabei hat man Entwicklungen verschlafen – China ist in der Auto-Hochtechnologie meilenweit voraus.“
Der Trend betrifft nicht nur die Autoindustrie: Auch Halbleiter, Computer und Smartphones werden immer häufiger aus China nach Deutschland und Europa exportiert. Chinas Exportüberschuss gegenüber Deutschland wuchs daher auch im Juni weiter.
Volkswagen als Lichtblick?
Einen Lichtblick sieht Dudenhöffer ausgerechnet beim Krisen-Konzern Volkswagen. „VW entwickelt und baut seine Autos für China inzwischen auch in China und hat so entsprechend weniger Kosten.“ Gleichzeitig werde geprüft, ob man in den hier nicht ausgelasteten VW-Werken bestimmte Modelle gemeinsam mit chinesischen Herstellern bauen könnte. „Beides gemeinsam könnte funktionieren“, meint der „Auto-Papst“.



