Denza Z: Chinesische Kampfansage mit 1600 PS an Europas Sportwagen-Elite
Denza Z: 1600-PS-Kampfansage an Europas Sportwagen

Der chinesische Autoriese BYD greift mit dem elektrischen Denza Z die etablierte europäische Sportwagen-Elite an. Das Modell mit bis zu 1600 PS und einer 1000-Volt-Architektur wurde auf dem Goodwood Festival of Speed erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und soll als Imageträger für die Edel-Tochtermarke Denza dienen.

Statement statt Massenproduktion

BYD, weltgrößter Hersteller von Elektroautos, baut den Denza Z nicht primär, um hohe Stückzahlen zu verkaufen. Vielmehr dient der Sportwagen als Prestigeprojekt, um zu zeigen, dass der Konzern auch bei Design, Fahrdynamik und Technologie auf Augenhöhe mit etablierten Herstellern wie Porsche, Ferrari oder Lamborghini mitspielt. Der Denza Z wird als Coupé und Roadster angeboten und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 350 km/h.

Ursprünglich 2010 als Gemeinschaftsprojekt mit Mercedes-Benz gestartet, gehört Denza heute vollständig zu BYD und fungiert als Premiummarke innerhalb des Konzerns. Der Z steht an der Spitze der Modellpalette und dürfte als Leuchtturmprojekt nur in kleinen Stückzahlen produziert werden.

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Technische Daten: 1000-Volt-Architektur und schnelles Laden

Die Basis des Denza Z bilden eine 1000-Volt-Architektur, eine hochintegrierte Antriebseinheit und Carbon-Keramik-Bremsen. Dank Hochvolt-System und einer neuen Blade-Batterie der zweiten Generation verspricht Denza extrem kurze Ladezeiten. In nur neun Minuten soll sich die lediglich 76 kWh große Batterie von zehn auf 97 Prozent laden lassen. Selbst bei extremen Minusgraden dauert es nach Werksangaben nur drei Minuten länger.

Die Antriebskraft verteilen drei Elektromotoren je nach Bedarf an die Räder, während zwei Stellmotoren der Hinterradlenkung das Einlenkverhalten unterstützen. Herzstück ist jedoch die neue Steer-by-wire-Lenkung, die vollständig auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern verzichtet. Das Lenkrad lässt sich sogar einklappen, um beim automatisierten Fahren mehr Platz zu schaffen.

Cockpit und Design: Europäische Einflüsse

Als Robotauto ist der Z trotz der automatisierten Fahrfunktionen nicht entworfen. Statt einer futuristischen Lounge setzt Denza auf ein überraschend klassisches Sportwagen-Cockpit mit tief integrierten Carbon-Schalensitzen, schmalem Instrumentendisplay und großem Zentralbildschirm. Der Denza Z ist als 2+2-Sitzer ausgelegt und soll später auch als Spider angeboten werden. Damit orientiert sich BYD eher an Porsche 911 oder Gran Turismo als an einem radikalen Zweisitzer.

Für das Design zeichnet Wolfgang Egger verantwortlich, der zuvor unter anderem für Alfa Romeo, Audi und Lamborghini gearbeitet hat. Aus seiner Feder stammen Autolegenden wie der Alfa 8C Competizione, aber auch Massenmodelle wie Seat Ibiza oder Audi A4 und A6. Seine Aufgabe bei BYD beziehungsweise Denza dürfte darin bestehen, den Marken ein eigenes Gesicht zu geben.

Strategie: Eigenentwicklung statt Zukauf

Auffällig ist, dass BYD keinen externen Entwicklungspartner für das Fahrwerk oder die Lenkung nennt. Das passt zu der Strategie, immer mehr Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln und im eigenen Konzern zu bündeln, anstatt bei ZF oder Bosch einzukaufen. Steer-by-wire, Fahrwerk, Antrieb und Bremsen arbeiten auf einer gemeinsamen Softwareplattform zusammen.

Der Denza Z ist ein klares Statement: BYD kann nicht nur Stückzahlen, sondern auch Emotionen. Die Autowelt soll sehen, dass die Chinesen bei Sportwagen auf Augenhöhe mit den etablierten Herstellern mitspielen.

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