Die Eisbären Berlin befinden sich nach dem Gewinn des 13. Meistertitels in einem tiefgreifenden Umbruch. Mehrere Schlüsselspieler haben den Verein verlassen, darunter Trainer Serge Aubin (SC Bern), Stürmer Marcel Noebels (Kölner Haie) sowie das Torhütergespann Jonas Stettmer (ERC Ingolstadt) und Jake Hildebrand (Adler Mannheim). Auch Blaine Byron wird in der kommenden Saison nicht mehr für den Rekordmeister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auflaufen, nachdem er die gesamte Schlussphase der Vorsaison verletzt verpasst hatte.
Neuer Stürmer mit Bekanntheitswert
Nach der Verpflichtung von Torwart-Talent Jonas Neffin von den Eisbären Regensburg vermeldet der Verein nun einen Neuzugang im Sturm. Gabriel Fontaine kehrt zu den Eisbären zurück, nachdem er vor einem Jahr zum Ligakonkurrenten Red Bull München gewechselt war. Der Kanadier gilt als potenzieller Ersatz für Byron und soll dem Team in der Umbruchphase Stabilität verleihen.
Sportdirektor Stéphane Richer zeigt sich erfreut über die Rückkehr des Mittelstürmers: „Er hatte einen großen Anteil am Gewinn unseres Meistertitels 2025. Der Spieler ist bestens mit unserer Organisation vertraut, sodass er keine Eingewöhnungszeit benötigen wird. Er hat bewiesen, dass er ein Topspieler der Liga ist. Zudem bringt Gabriel gute Führungsqualitäten mit, sowohl auf als auch abseits des Eises.“
Schwierige Zeit in München
In München passte es zwischen Spieler und Verein nicht wie erhofft. Während Fontaine in der Saison 2024/2025 für die Eisbären noch 49 Scorerpunkte erzielte (davon neun in den Play-offs), kam er in München nur auf 21 Punkte. In der K.o.-Phase wurde er lediglich einmal eingesetzt. Fontaine selbst betont die guten Kontakte zu seinen ehemaligen Mitspielern: „Auch in der letzten Saison hatte ich fortlaufend Kontakt mit meinen ehemaligen Mitspielern.“
Der 27-Jährige, der 2022 von der American Hockey League nach Europa wechselte und zuvor zwei Jahre bei Lukko Rauma in Finnland spielte, unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre und wird die Rückennummer 97 tragen.
Ausländerlizenzen und Kaderplanung
Mit der Verpflichtung Fontaines haben die Eisbären bereits acht Ausländerlizenzen vergeben. Eine neunte Lizenz wird voraussichtlich für die neue Nummer eins im Tor benötigt. Da pro Spieltag nur neun Ausländer im Aufgebot stehen dürfen, könnte der Verein noch über Veränderungen in der Abwehr nachdenken. Aktuell stehen mit Adam Smith, Mitch Reinke und Markus Niemeläinen drei Verteidiger unter Vertrag, die eine solche Lizenz benötigen. Niemeläinen spielte in den Play-offs zwischenzeitlich keine Rolle mehr – beim einzigen Sieg Mannheims in der Finalserie war Trainer Aubin merklich verärgert über einen Fehler des Finnen.
Vermutlich wird auch der neue Trainer, der in den kommenden Tagen präsentiert werden soll, in die Kaderplanung eingebunden sein.



