Die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg erfuhren am Sonntagabend per Kurznachricht von dem, was im Nature Energy Park von Odense geschah. Christian Eriksen (34) brach während des Spiels gegen die Ukraine auf dem Spielfeld zusammen. Nach Erkenntnissen zu Beginn dieser Woche waren es Herzprobleme, die seinen eingesetzten Defibrillator aktiviert hatten. Den trägt der Däne, seitdem er 2021 bei der EM einen Herzstillstand auf dem Platz erlitten hatte.
Kaum Platz für Eriksen im neuen VfL-Mittelfeld
Zwar erholt sich Eriksen nun offenbar schnell wieder. Dennoch ist die Sorge in Wolfsburg groß – und die Ungewissheit über die Zukunft des Spielmachers ebenso. Nach dem Abstieg des VfL hat er noch ein Jahr Vertrag. Vor dem Wochenende ging die Wolfsburger Kaderplanung nach Informationen von SPORT BILD klar in Richtung Trennung von Eriksen. Intern hieß es: Man lege dem Dänen keine Steine in den Weg, wenn er gehen möchte. Denn die Planstellen im zentralen Mittelfeld sind eher an Maximilian Arnold (32), Vinicius Souza (26), Zugang Elvis Rexhbecaj (28) und Talent Bence Dardai (20) vergeben. Da Ajax Amsterdam zuletzt Interesse an Eriksen hatte, würden die Wolfsburger sogar noch eine geringe Ablöse für den Dänen verlangen.
Zukunft von Eriksen völlig offen
All das sollte in einem Gespräch zwischen den Bossen um Sportdirektor Pirmin Schwegler (39) sowie Manager Dieter Hecking (61) und Eriksen in dieser Woche gefestigt werden. Doch mit den Ereignissen vom Sonntag ist der Ablauf wieder offen. In den vergangenen Tagen gab es direkten Kontakt mit Eriksen und auch mit seinen Ärzten. Dabei ging es freilich noch nicht um die größte Frage, die nach der Fortsetzung seiner Karriere. Anfang Mai sagte er in einem Interview mit BILD am SONNTAG: „Mein Ziel ist es, weiterzuspielen. In zwei Jahren findet die EM in England statt. Das ist in meinem Kopf. Da dabei zu sein, wäre schön.“
Selke und Reese auf Wolfsburgs Liste
Doch ob das noch gilt, wird sich erst nach Eriksens Erholung und seinen Gesprächen mit der Familie zeigen. Dennoch bleibt für Wolfsburg die Tendenz, dass sie neue Führungsspieler brauchen. Für den Fall des Klassenerhalts gab es Zusagen von Herthas Fabian Reese (28) und Stürmer Davie Selke (31), der bei Basaksehir in der Türkei eine beeindruckende Saison spielte. Doch in der 2. Liga wird es mit den Spielern schwer. Zu Beginn der Woche waren beide Gespräche noch nicht beendet. Aber sie waren deutlich ins Stocken geraten. Auch, weil der VfL sein Gehaltsbudget um rund 25 Prozent senkt und damit auch Top-Spielern weniger zahlt.



