EU genehmigt deutsche Milliardenförderung für Halbleiterwerke
Die Europäische Kommission hat Deutschland erlaubt, vier Halbleiteranlagen mit insgesamt 659 Millionen Euro zu fördern. Die direkten Zuschüsse fließen an Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern. „Durch die Förderung von Innovationen im Halbleiterbereich stärken wir unsere technologische Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Europas“, erklärte EU-Kommissarin Teresa Ribera.
Die vier geförderten Projekte im Detail
Den größten Anteil erhält die SME Element 3-5 GmbH in Baesweiler (NRW) mit 353 Millionen Euro. Dort soll laut EU-Kommission eine „weltweit einzigartige Fabrik“ entstehen, die besonders leistungsstarke Wafer herstellt – Grundlage für Mikrochips und Sensoren unter anderem in der Automobilindustrie.
Die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH bekommt 214 Millionen Euro für eine Anlage in Itzehoe (Schleswig-Holstein), die spezielle Halbleiterschalter (Power-MOSFETs) produziert, ebenfalls für den Automobilsektor. Für die KLA-Tencor MIE GmbH in Weilburg (Hessen) sind 74,4 Millionen Euro vorgesehen; dort sollen hochmoderne Film-Messgeräte für die Qualitätskontrolle in der Halbleiter-Massenfertigung entstehen. Die KETEK GmbH in München (Bayern) erhält 17,9 Millionen Euro für die Herstellung zweier hochspezialisierter Chips für industrielle Sortier- und Recyclingsysteme.
Finanzierung und Auflagen
Die Projekte werden gemeinsam aus dem Bundeshaushalt und von Landesbehörden finanziert. Die Unternehmen haben sich verpflichtet, positive Effekte auf die europäische Halbleiter-Wertschöpfungskette sicherzustellen und mit Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten.
EU-Ziele: Anteil an globaler Fertigung verdoppeln
Die EU will ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 von derzeit rund 10 Prozent auf 20 Prozent steigern. Bislang haben Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission bereits Projekte mit rund 14 Milliarden Euro unterstützt. Die strengen EU-Beihilferegeln sollen verhindern, dass finanzstarke Länder wie Deutschland ihren Firmen unverhältnismäßige Vorteile verschaffen. Daher müssen solche Vorhaben von der EU-Kommission geprüft und freigegeben werden.



