Ex-FDP-Chef Dürr wird Geschäftsführer von E-Fuel-Startup GLE360
Ex-FDP-Chef Dürr wechselt zu E-Fuel-Startup

Der frühere FDP-Vorsitzende Christian Dürr wechselt in die Privatwirtschaft. Der Diplom-Ökonom wird zum 1. August Geschäftsführer des Münchner Startups GLE360, das den Markt für synthetische Kraftstoffe erschließen will. Dies bestätigte Dürr der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Plattform für E-Fuel-Handel

GLE360 steht für Green Liquid Energy. Das erst im vergangenen Jahr von Michael Kühlwein und Justus Holzmann gegründete Unternehmen beschäftigt 46 Mitarbeiter und bietet eine Plattform, um internationale Lieferanten von E-Fuels mit europäischen Kunden zu vernetzen. Dürr hatte als Fraktionsvorsitzender in der Ampelregierung für technologieoffenen Klimaschutz gekämpft. Die FDP setzte sich dafür ein, Autos mit Verbrennermotor auch nach 2035 in der EU neu zuzulassen, sofern sie mit E-Fuels betrieben werden. Die EU erkennt diese Kraftstoffe als Klimaschutzinstrument an, der Markt steht jedoch noch am Anfang.

„Emotional und politisch passend“

Für ihn passe die neue Position „emotional und politisch“, sagte Dürr der FAZ. Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen wolle, müsse es seine Energieversorgung künftig stärker auf den Import synthetischer Kraftstoffe aus Ländern ausrichten, die diese kostengünstig produzieren könnten. „Schon heute können Autos, Schiffe oder Flugzeuge mit erneuerbaren Kraftstoffen betankt werden. Was fehlt, ist eine Plattform für Produzenten und Käufer. Genau daran arbeitet GLE360“, so Dürr. Zudem reize ihn an der neuen Aufgabe die kurzen Entscheidungswege eines Startups.

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Zweifel an ausreichenden E-Fuels

Es gibt jedoch erhebliche Zweifel, dass E-Fuels in Deutschland künftig in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen werden – selbst bei umfangreicher staatlicher Subvention. Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2045 nahezu der gesamte Fahrzeugbestand elektrifiziert sein würde, Fahrzeuge mit E-Fuels aber eine marginale Rolle spielen würden. Experten mahnen zudem, dass Bereiche, die kaum zu elektrifizieren seien – etwa der Flug- oder Schiffsverkehr – zunächst auf E-Fuels angewiesen seien. Der PKW-Bereich müsse dahinter zurückstehen, vor allem weil dort vollelektrische Alternativen existieren.

Folgen des Machtkampfs in der FDP

Mit seinem Wechsel in die Wirtschaft zieht Dürr die Konsequenzen aus dem im Mai gegen Wolfgang Kubicki verlorenen Machtkampf um die FDP-Spitze. Dürr hatte 2025 nach der gescheiterten Bundestagswahl, für die der damalige FDP-Chef Christian Lindner die Verantwortung übernahm, nach dem Parteivorsitz gegriffen. Doch gelang dem heute 49-Jährigen kein glaubhafter Neuanfang.

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