Die „Gorch Fock“ hat nach 50 Jahren erneut die prestigeträchtige „Five Sister Trophy“ gewonnen. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine setzte sich bei einer Regatta in Nordamerika gegen baugleiche Schwesterschiffe durch und sicherte sich den Sieg nach rund 7,5 Stunden und 111 Kilometern (60 Seemeilen) als erstes Schiff im Ziel in Boston.
Regatta zum 250. Jubiläum der USA
Das Rennen startete in New York und führte über das anspruchsvolle Seegebiet rund um Cape Cod. Die deutsche Mannschaft ließ die „Eagle“ (USA) um 38 Minuten, die „Sagres“ (Portugal) um eine Stunde und die „Mircea“ (Rumänien) um zwei Stunden hinter sich. Die „Gorch Fock“ war gemeinsam mit ihren drei noch aktiven Schwesterschiffen anlässlich der Feierlichkeiten zur 250-jährigen Unabhängigkeit der USA in New York.
Es war das zweite Mal, dass die bei Blohm+Voss gebauten Schiffe gegeneinander antraten. Vor 50 Jahren wurde die Wettfahrt bereits zum 200-jährigen Jubiläum der USA ausgetragen. „Nach fünf Jahrzehnten hat die Gorch Fock die Five Sister Trophy wieder nach Deutschland geholt. Dieser Erfolg gehört meiner Besatzung“, sagte Kommandant Elmar Bornkessel. Und: „1976 haben unsere Vorgänger Geschichte geschrieben, heute durften wir dieses Kapitel fortschreiben. Dieser Sieg zeigt, was Seemannschaft, Disziplin und gemeinsamer Wille leisten können.“
Bedeutung des Sieges für die Marineausbildung
Der Kommandant betonte, dass seglerisch alle Stellschrauben genutzt worden seien – in Teamarbeit und als Ergebnis der Ausbildung. „Sie ist so angelegt, dass sie sich auf alle Bereiche der Marine übertragen lässt“, sagte der Kapitän zur See. Die „Gorch Fock“ dient seit mehr als sechs Jahrzehnten als Aushängeschild der Deutschen Marine und wird zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses eingesetzt. Das Schiff wird im September zurück in Deutschland erwartet.
Teure Sanierung der Gorch Fock
Die „Gorch Fock“ wurde in den Jahren 2016 bis 2021 komplett restauriert. Die Arbeiten wurden deutlich teurer als die zunächst geplanten zehn Millionen Euro. Die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zog schließlich einen Deckel bei 135 Millionen Euro ein. Gerichtsverfahren folgten, aber im Oktober 2021 war das Schiff – oft als Stolz der Marine bezeichnet – zurück in Kiel. Ein älteres Schwesterschiff, der sanierte Traditionssegler „Gorch Fock 1“, ist ein Museumsschiff und liegt im Hafen von Stralsund. Es wurde 1933 gebaut und war Namensgeber dieser Schiffsklasse. Das aktuelle Segelschulschiff „Gorch Fock“ wurde 1958 als letztes Schiff dieser Klasse gebaut.



