Die IG Metall Küste sieht Deutschland trotz der Krise in der Automobilindustrie weiterhin als wettbewerbsfähigen Standort. Bezirks-Chef Daniel Friedrich betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Mit Qualität und Produktivität können wir die höheren Lohnkosten wettmachen.“ Gleichzeitig räumte er ein: „Wir haben Probleme in der Automobilindustrie, die darf man auch nicht wegdiskutieren.“ Die Zeiten, in denen man teuer nach Asien verkaufen und die Zulieferung günstig gestalten könne, seien vorbei. Deshalb brauche es eine strukturelle Neuausrichtung.
Standortschließungen sind keine Lösung
Friedrich, der als Chef der IG Metall Küste für die Autobaustandorte in Hamburg, Bremen und Emden zuständig ist, lehnt Standortschließungen klar ab. In den Werken von Volkswagen und Mercedes-Benz arbeiten dort zusammen mehr als 20.000 Beschäftigte. Reine Sparprogramme reichten nicht aus, um der Strukturkrise zu begegnen. „Standortschließungen und Tarifvertrag infrage stellen ist keine Antwort auf die Frage: Wie bauen wir gemeinsam eigentlich das Auto der Zukunft?“, sagte Friedrich. „Ich glaube nicht, dass wir jetzt da einen Haken dransetzen können und sagen ‚ist jetzt leider vorbei‘.“
Folgen für Norddeutschland und Zulieferer
Die Gewerkschaft warnte vor erheblichen Folgen für die Beschäftigten, insbesondere in Regionen wie Emden oder Bremen, wo anhaltende Diskussionen über die Zukunft der Werke bereits für große Unsicherheit sorgen. Auch die Zulieferbetriebe gerieten dadurch unter Druck. Um Arbeitsplätze langfristig zu sichern, müsse die Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern, so Friedrich. Dazu gehörten effizientere Produktionsprozesse und der Abbau von Doppelstrukturen in den Konzernen. Ziel müsse es sein, den Wandel gemeinsam mit den Beschäftigten zu gestalten.



