Klopp-Wechsel zum DFB: Mintzlaff will ihn weiter bei Red Bull
Klopp-Wechsel: Mintzlaff fordert Doppelrolle

Mintzlaffs Forderung: Klopp soll Doppelrolle behalten

Im Tauziehen um die Besetzung des Bundestrainer-Postens beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff eine klare Bedingung gestellt: Jürgen Klopp soll auch im Falle einer Verpflichtung als Nationaltrainer weiterhin für den österreichischen Getränkekonzern tätig bleiben. Das berichtet der SPIEGEL unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Mintzlaff, der als Geschäftsführer von Red Bull die globale Fußball-Sparte des Konzerns leitet, pocht darauf, dass Klopp seine Beratertätigkeit für Red Bull nicht aufgibt. Klopp ist seit 2024 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull angestellt und maßgeblich an der strategischen Ausrichtung der Red-Bull-Klubs in Leipzig, Salzburg, New York und Bragantino beteiligt.

DFB zögert: Interessenkonflikt befürchtet

Der DFB zeigt sich bislang zurückhaltend. Verbandskreisen zufolge sieht man in der Doppelrolle ein erhebliches Konfliktpotenzial. Kritiker befürchten, dass Klopp als Bundestrainer nicht unabhängig agieren könnte, wenn es um Spieler von Red-Bull-Vereinen oder um die Zusammenarbeit mit der Bundesliga geht. „Ein Bundestrainer muss zu 100 Prozent für den DFB arbeiten und darf keine anderen Interessen vertreten“, zitiert der SPIEGEL einen ungenannten DFB-Funktionär.

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Die Verhandlungen stocken seit Wochen. Während Mintzlaff auf einer Fortsetzung der Zusammenarbeit besteht, fordert der DFB eine klare Trennung. Klopp selbst hat sich bislang nicht öffentlich geäußert.

Klopps Vertrag bei Red Bull: lukrativ und langfristig

Der 58-Jährige hatte nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 einen Fünfjahresvertrag bei Red Bull unterschrieben, der ihm ein Jahresgehalt von rund zwölf Millionen Euro einbringt. Ein vorzeitiger Ausstieg wäre für Klopp mit finanziellen Einbußen verbunden. Red Bull wiederum will den prominentesten Fußball-Experten des Konzerns nicht ziehen lassen.

Die Personalie Klopp ist für Red Bull auch imagepolitisch bedeutsam. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren massiv in den deutschen Fußball investiert und mit RB Leipzig einen Bundesligisten aufgebaut, der bei traditionellen Vereinen auf Ablehnung stößt.

DFB-Suche: Zeitdruck und Alternativen

Der DFB steht unter Zeitdruck. Nach der enttäuschenden Europameisterschaft 2024 und dem Rücktritt von Bundestrainer Hansi Flick im September 2024 ist die Position seit über einem Jahr vakant. Interimstrainer Rudi Völler hatte mehrfach betont, dass eine dauerhafte Lösung her müsse.

Neben Klopp werden auch andere Kandidaten gehandelt, darunter Julian Nagelsmann und Stefan Kuntz. Doch Klopp gilt als Wunschkandidat von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Jürgen Klopp wäre ein Glücksfall für den deutschen Fußball“, sagte Neuendorf kürzlich in einem Interview. Die Entscheidung soll bis Ende August fallen.

Machtkampf um den deutschen Fußball

Der Streit um Klopp ist auch ein Machtkampf zwischen Red Bull und dem DFB. Mintzlaff, der als einer der einflussreichsten Männer im deutschen Fußball gilt, hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Grenzen zwischen Konzerninteressen und Verbandsarbeit verschwimmen lassen. Kritiker werfen ihm vor, den DFB für eigene Zwecke instrumentalisieren zu wollen.

„Red Bull versucht, den deutschen Fußball zu kapern“, warnt der Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Wenn Klopp beide Rollen behält, wäre das ein Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen.“

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