Der Lkw- und Bahn-Zulieferer Knorr-Bremse hat ehrgeizige Wachstumsziele für die kommenden Jahre ausgegeben: Bis 2030 soll der Umsatz die Marke von zehn Milliarden Euro erreichen, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Gleichzeitig wurde die Prognose für das laufende Jahr angehoben, nachdem das erste Halbjahr 2026 besser als erwartet verlaufen war. Das bis 2030 anvisierte Umsatzziel soll mit einer operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 16 Prozent einhergehen. Die bisherigen, vor drei Jahren gesetzten mittelfristigen Ziele seien bereits erreicht oder in Sicht.
Wachstumsoffensive nach Bereinigung des Portfolios
Nach dem Verkauf mehrerer Randgeschäfte stehe nun die nächste Wachstumsoffensive an, sagte Vorstandschef Marc Llistosella. „Wir werden unser Kerngeschäft weiter stärken und uns darüber hinaus gezielt neue Wachstumsfelder erschließen.“ Erst am Dienstag hatte Knorr-Bremse sein Geschäft mit Klimaanlagen für Züge an den Finanzinvestor OpenGate Capital verkauft. Die spanische Tochter Merak erwirtschaftete mit 1500 Mitarbeitern einen Umsatz von 360 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde nicht genannt; die Transaktion soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
Starkes erstes Halbjahr und angehobene Jahresprognose
Für das laufende Jahr spürt Knorr-Bremse Rückenwind aus den ersten sechs Monaten. Der Umsatz werde deshalb auf 8,1 bis 8,3 Milliarden Euro steigen, bisher lag die Untergrenze bei 8,0 Milliarden. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 3,1 Prozent auf 4,08 Milliarden Euro, im zweiten Quartal allein um sieben Prozent. Die operative Ebit-Marge soll auf bis zu 14,5 Prozent zulegen; bisher hatte Knorr-Bremse rund 14 Prozent erwartet. 14 Prozent waren auch das bisherige Mittelfristziel.
Margenentwicklung und Spartenvergleich
Nach sechs Monaten steht die Ebit-Marge bei 13,9 Prozent – das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Dabei bleibt die Zug-Sparte mit 17,1 Prozent deutlich vor der Lkw-Sparte mit 11,7 Prozent. „Unsere harte Arbeit zahlt sich aus“, sagte Finanzvorstand Frank Weber. Der Auftragseingang bröckelte nur leicht auf 4,43 Milliarden Euro ab (Vorjahreszeitraum: 4,48 Milliarden), zog im zweiten Quartal aber wieder an. „Unser Rekordauftragsbestand von 7,9 Milliarden Euro bildet eine starke Grundlage für die weitere Geschäftsentwicklung“, so Weber.
Ausblick und Strategie
Mit der neuen Mittelfristplanung bis 2030 untermauert Knorr-Bremse seinen Anspruch, im weltweiten Markt für Brems- und Sicherheitssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge weiter zu wachsen. Das Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden Euro. Die nun kommunizierten Ziele liegen deutlich über den bisherigen Erwartungen und signalisieren Vertrauen in die Nachfrage aus der Bahn- und Lkw-Industrie.



