Der Satellitenhersteller OHB und der Rüstungskonzern Rheinmetall haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Die neue Gesellschaft mit dem Namen „OHB Rheinmetall Space Networks GmbH“ hat ihren Sitz in Bremen und soll der Bundeswehr eine leistungsfähige, geschützte und dauerhaft verfügbare Kommunikationsarchitektur liefern.
Milliardenschweres Satellitenprojekt
Das Joint Venture übernimmt für ein Satellitenprojekt der Bundeswehr die Gesamtverantwortung – von der Entwicklung und Integration über die Lieferung bis hin zum Betrieb, einschließlich IT-Sicherheit und Cyber Operation Center. Das System soll Soldaten, Fahrzeuge, Plattformen und Drohnen vernetzen und Sprache, Daten sowie Echtzeitinformationen über alle Führungsebenen sicher übertragen.
Bremen als Technologiestandort gestärkt
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zeigte sich erfreut über die Eintragung ins Bremer Handelsregister. Die Kooperation belege, dass sich Bremen immer weiter zur Schaltzentrale der See- und Weltraumverteidigung entwickele. Die Entscheidung stärke die Rolle der Stadt als Technologiestandort im Nordwesten und schaffe neue sowie sichere viele hundert Arbeitsplätze an der Weser.
Hintergrund: Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung
Bereits Anfang des Jahres hatten Medien berichtet, dass OHB und Rheinmetall gemeinsam um das bislang größte Satellitenprojekt der Bundeswehr bieten wollen. Der Auftragswert soll sich auf bis zu zehn Milliarden Euro belaufen. Im November 2024 hatte die Bundesregierung ihre erste Weltraumsicherheitsstrategie vorgestellt, mit dem Ziel, Deutschland „glaubwürdig abschreckungs- und verteidigungsfähig aufzustellen“. Im Zentrum steht der Schutz von Satelliten und Kommunikationstechnik. Bis 2030 will das Bundesministerium der Verteidigung allein 35 Milliarden Euro für Raumfahrt und Weltraumsicherheit aus seinem Etat bereitstellen.



