Opel feiert 90 Jahre Kompaktklasse und stellt die Entwicklung vom ersten Kadett im Jahr 1936 bis zum neuen Astra und Astra Sports Tourer in den Mittelpunkt. Bei einer Präsentation in Rüsselsheim konnten Journalisten nicht nur die aktuellen Modelle testen, sondern auch historische Fahrzeuge wie den Kadett B von 1967 und einen Kadett von 1938. Der direkte Vergleich zwischen Alt und Neu offenbart eindrucksvoll den technischen Fortschritt.
Vom Kadett zum Astra: Eine Erfolgsgeschichte
Der Opel Kadett legte 1936 den Grundstein für die Kompaktklasse des Herstellers. 1963 folgte der Kadett Caravan, der als Vorfahr des heutigen Astra Sports Tourer gilt. Die aktuelle Generation des Astra ist seit wenigen Monaten auf dem Markt und bietet vier Antriebsvarianten: vollelektrisch, Plug-in-Hybrid, Hybrid und Diesel. Der vollelektrische Astra erreicht eine Reichweite von 454 Kilometern, der Sports Tourer kommt auf 445 Kilometer. An einer Schnellladesäule mit 100 kW Gleichstrom lässt sich die Batterie in rund 32 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen.
Fahrbericht: Alt gegen Neu
Wer direkt hintereinander einen neuen Astra und einen Kadett B von 1967 fährt, erlebt Überraschungen. Der neue Astra mit Automatikgetriebe lässt den linken Fuß arbeitslos, während der Kadett B eine Fußpumpe für die Scheibenwaschanlage hat – prompt tritt der Fahrer unbewusst darauf. Der Oldtimer hat keine Servolenkung, keinen Bremskraftverstärker und beschleunigt wie vor 60 Jahren. Dennoch macht das authentische Fahrgefühl ohne Computerunterstützung Spaß. Der Kadett B als Coupé war damals bei Hobby-Rennfahrern beliebt.
Historische Sammlung: 500 Fahrzeuge in einer Halle
In der historischen Opel-Sammlung sind rund 500 Fahrzeuge versammelt, darunter der grüne „Laubfrosch“ von 1924, der die Fließbandfertigung in Deutschland einleitete, ein Nachbau des RAK2 mit 24 Feststoffraketen, der 1928 auf der Avus einen Weltrekord mit 238 km/h aufstellte, sowie Modelle wie Admiral, Diplomat, Kapitän, Opel GT, Kadett, Rekord, Ascona und Rennwagen. Auch Studien von nie in Serie gegangenen Autos sind zu sehen.
Neuer Astra: Mehr Reichweite und V2L-Technik
Der Plug-in-Hybrid des neuen Astra hat eine elektrische Reichweite von 84 Kilometern, im Stadtverkehr sogar 101 Kilometer. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h ist er der schnellste Astra. Der Hybrid nutzt einen kleinen E-Motor, der nur durch Rekuperation Strom bezieht. Der Diesel rundet das Angebot ab. Erstmals bietet der E-Astra die V2L-Technik (Vehicle to Load), mit der externe Geräte wie E-Bike-Akkus geladen werden können.
Design und Licht: Opel-Kompass und Intelli-Lux HD
Das Außendesign wurde geschärft: Der „Opel-Kompass“ teilt die Fronthaube mit einer Bügelfalte, der „Vizor“ genannte Kühlergrill betont die Front. Das fast über die gesamte Wagenbreite reichende Tagfahrlicht mit dem Opel-Blitz wird von zwei Leuchtstummeln ergänzt. Optional ist das „Intelli-Lux HD Licht“ erhältlich, das beim DVN-Award 2025 als „Beste Frontscheinwerfer“ ausgezeichnet wurde. Mit 25.600 Lichtpunkten pro Seite leuchtet es die Straße breiter aus. Bei 80 km/h erkennt man ein Hindernis 30 bis 40 Meter früher, was eine Reaktionszeit von ein bis zwei Sekunden gewinnt, so der Hersteller unter Berufung auf wissenschaftliche Untersuchungen. Die automatischen Lichtfunktionen wurden verbessert und passen sich auch regennasser Fahrbahn an. Bei den LED-Scheinwerfern der Basisversion wurde die Lichtausleuchtung um 30 Prozent gesteigert.
Innenraum: Intelli-Sitze und moderne Displays
Das Innendesign wurde mit deutlicheren Grafiken der zehn Zoll großen Fahrerinfo- und Multimedia-Displays aufgewertet. Die serienmäßigen Intelli-Sitze haben eine das Steißbein schonende Mittelkerbe, inspiriert von Rennradsätteln. Wahlweise sind sie vielfach verstellbar, mit Sitzheizung, Lendenwirbelstütze, Massage- und Memory-Funktion erhältlich.
Tradition lebt weiter: Felgennamen erinnern an Klassiker
Trotz aller Neuerungen bleibt die Tradition präsent: Die neuen 17- und 18-Zoll-Leichtmetallräder tragen Design-Namen wie „Pentagon“, „Kadett“, „Rekord“ und „Admiral“ – letzterer erinnert an die frühere Opel-Modellreihe.



