Porsche-Gewinn steigt trotz Absatzrückgang um ein Drittel
Porsche-Gewinn trotz Absatzminus um ein Drittel gestiegen

Der angeschlagene Sportwagenbauer Porsche AG hat sein Ergebnis im ersten Halbjahr trotz eines weiteren Absatzschwunds um ein Drittel gesteigert. Wie aus den Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Volkswagen hervorgeht, hat die allein aus Porsche bestehende Markengruppe „Sport Luxury“ im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 1,35 Milliarden Euro erwirtschaftet, nach 1,01 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damals war der Gewinn um zwei Drittel eingebrochen. Der Umsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 17,3 Milliarden Euro.

Die Entwicklung sei das Ergebnis „der umfassenden Neuausrichtung des vergangenen Jahres, einer starken Preis- und Mixqualität sowie niedrigerer Belastungen aus Rückstellungen aus 2025“, erklärte Volkswagen. Der Absatz war im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf rund 121.000 Fahrzeuge gesunken. Porsche steckt in der Krise, weil das Geschäft in China eingebrochen ist, die gestiegenen US-Zölle belasten und die hohen Investitionen in Elektroautos sich nicht auszahlen. Porsche-Chef Michael Leiters verschärft den im vergangenen Jahr schon eingeleiteten Spar- und Schrumpfkurs.

VW-Konzern mit Gewinneinbruch im zweiten Quartal

Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im zweiten Quartal erneut eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Konzernergebnis nach Steuern in den Monaten April bis Juni um 32,9 Prozent von 2,29 Milliarden Euro auf 1,54 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit.

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Während Porsche positiv überraschte, kämpfen andere Konzerne mit unterschiedlichen Herausforderungen. Die Ölpreisrally infolge des Iran-Kriegs bescherte TotalEnergies einen Geldsegen: Der bereinigte Nettogewinn sprang im zweiten Quartal um 67 Prozent auf sechs Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinnwachstum in diesem Umfang bereits gerechnet. Die Aktionäre sollen daran teilhaben: Für das dritte Quartal kündigte TotalEnergies Aktienrückkäufe im Volumen von 1,5 Milliarden Dollar an.

T-Mobile US hebt Prognose an

Die zunehmende Popularität hochpreisiger Tarife verhilft der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile zu einem überraschend starken Quartalsergebnis. „Unter den Neukunden entscheiden sich 60 Prozent für unsere Premium-Angebote“, sagte Jon Freier, der Finanzchef des US-Mobilfunkers, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Daher rechne er nun für das Gesamtjahr mit einem Free Cash Flow von 18,4 bis 18,8 Milliarden Dollar. Bislang hatte er einen Mittelzufluss zwischen 18,1 und 18,7 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Im zweiten Quartal musste die Tochter der Deutschen Telekom zwar einen Rückgang des Kundenzuwachses um 13 Prozent auf 277.000 hinnehmen. Das Minus fiel jedoch geringer aus als befürchtet. Der Konzernumsatz wuchs um knapp acht Prozent auf 22,79 Milliarden Dollar und lag im Rahmen der Markterwartungen. Der operative Gewinn übertraf mit 9,54 Milliarden Dollar die Analystenprognosen. „Wir sind auf einem guten Weg, unsere Ziele für 2026 und 2027 zu erreichen“, sagte T-Mobile-Chef Srini Gopalan.

Jungheinrich senkt Gewinnprognose

Der Hamburger Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich muss trotz eines anziehenden Geschäfts seine Gewinnprognose für das laufende Jahr zurücknehmen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde nur zwischen 340 und 400 (Vorjahr: 228) Millionen Euro liegen, teilte Jungheinrich am Donnerstag mit. Bisher hatte die Spanne zwischen 380 und 450 Millionen gelegen. Als Gründe dafür nennt das Unternehmen die Folgewirkungen des Streiks im Werk Lüneburg im Februar, höhere Materialkosten und die scharfe Konkurrenz. An der Börse verloren Jungheinrich-Aktien nach der Prognosesenkung 5,6 Prozent.

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Beim Auftragseingang kalkuliert Jungheinrich für 2026 nun mit 5,5 bis 6,1 Milliarden Euro, beim Umsatz mit 5,3 bis 5,9 Milliarden, jeweils 100 Millionen mehr als bisher. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) werde deshalb nur zwischen 6,2 und 7,0 (bisher 7,2 bis 8,0) Prozent liegen. Im zweiten Quartal lag der Auftragseingang mit 1,42 (1,36) Milliarden Euro ebenso über dem Vorjahresniveau wie der Umsatz, der um gut drei Prozent auf 1,40 Milliarden Euro stieg. Dagegen bröckelte das Ebit auf 88 (106) Millionen Euro ab. Beim Nettogewinn, der auf 47 (70) Millionen Euro einbrach, fiel auch eine mögliche Einigung mit dem Finanzamt über einen Steuerstreit aus den Jahren 2017 bis 2023 zu Buche, für die Jungheinrich 13 Millionen Euro zusätzlich reservierte.

Weitere Unternehmensmeldungen im Überblick

Der Chemiekonzern Dow übertraf die Erwartungen dank höherer Kunststoffpreise: Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 20 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) kletterte auf 2,3 Milliarden Dollar von 703 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Bahntechnik-Konzern Vossloh vertröstet Anleger auf nächstes Jahr: Die Belastungen, die das Unternehmen im laufenden Jahr zu tragen habe, würden „überwiegend“ als temporär oder einmalig eingeschätzt. Für 2027 sei daher weiterhin „ein deutliches organisches Wachstum sowie eine deutliche Verbesserung des“ Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) zu erwarten.

Der britische Billigflieger Easyjet ringt während seines Übernahmekampfs durch zwei Finanzinvestoren weiterhin mit dem Last-Minute-Trend und hohen Kerosinkosten. Der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn lag mit 85 Millionen Pfund 70 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die französische Großbank BNP Paribas hat im zweiten Quartal dank eines florierenden Aktienhandels die Erwartungen übertroffen: Der Nettogewinn stieg um ein Drittel auf 4,35 Milliarden Euro. Eine deutlich anziehende Nachfrage aus den USA weckt beim Lkw-Bauer Traton neue Zuversicht: Die bereinigte operative Umsatzrendite soll nun bei 6,3 bis 7,3 Prozent liegen, nach bisher 5,3 bis 7,3 Prozent.

Nokia hat im zweiten Quartal beim operativen Ergebnis die Markterwartungen klar übertroffen: Das bereinigte operative Ergebnis stieg auf 434 Millionen Euro. Hyundai Motor hat im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen verfehlt: Der operative Gewinn sank um fast 21 Prozent auf 2,85 Billionen Won. STMicroelectronics stellt für das laufende Quartal steigende Erlöse in Aussicht – gestützt durch die anhaltende Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Nestlé beschleunigt Wachstum und holt Investor für Wassergeschäft: Die Verkaufsmengen zogen um 1,8 Prozent an. Unicredit hat im zweiten Quartal den Gewinn stärker gesteigert als erwartet und erhöht zugleich die Prognose für das Gesamtjahr. Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel hat nach Zuwächsen im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Der starke Schweizer Franken hat das Wachstum von Roche im ersten Halbjahr gebremst. Googles Mutterkonzern Alphabet ist im vergangenen Quartal stärker gewachsen als erwartet: Der Umsatz legte um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar zu. Tesla verfehlte die Gewinnerwartung der Wall Street: Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 33 Cent statt erwarteter 51 Cent. IBM kappt Jahresziele nach enttäuschenden Zahlen: Der Umsatz werde 2026 voraussichtlich nur um vier bis fünf statt um mehr als fünf Prozent zulegen. Texas Instruments übertraf die Erwartungen dank wachsender Nachfrage nach Serverchips. Daimler Truck erhöht Prognose dank Fortschritten in den USA. Der Schmierstoffhersteller Fuchs hat nach einem überraschend starken ersten Halbjahr seine Gewinnprognose angehoben.