Schottland-Kreuzfahrt: Auf der „Lord“ durch Highlands und Whiskysorten
Schottland-Kreuzfahrt: Auf der „Lord“ durch Highlands

Der Name passt. Denn genau so stellt man sich einen Gentleman vor. Elegant, stilvoll und zeitlos klassisch. Allerdings ist dieser „Lord“ kein Mensch, sondern ein 45 Meter langes Schiff, das bis zu 37 Passagiere beherbergt. Unter dem Kommando von Kapitänin Jill Radanke, einer absoluten Ausnahme in der Männerwelt der Seefahrt, steuert die „Lord of the Highlands“ eine Woche lang durch die Inselwelten, See-, Kanal- und Küstenlandschaften Schottlands.

Eine Reise voller Entdeckungen

Die zehntägige Rundtour beginnt mit einem Vorprogramm in Edinburgh, bevor es per Bus nach Inverness an der Nordostküste geht. Von dort aus schippern die Reisenden diagonal durch die berühmten Highlands bis zur Westküste und entlang dieser bis zu den Bergbuckeln der Insel Skye. Die Reise umfasst 175 Seemeilen und bietet Landgänge in Eigenregie sowie organisierte Busausflüge, die ein umfassendes Bild Schottlands vermitteln.

Auf der Suche nach Nessie

Ein Highlight ist die Fahrt durch Loch Ness, wo die Passagiere verstohlen die Wasseroberfläche nach dem berühmten Ungeheuer absuchen. Obwohl Nessie nie wissenschaftlich nachgewiesen wurde, bleibt die Hoffnung bestehen. In Fort Augustus lockt die Schleusentreppe des Kaledonischen Kanals, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst aus dem 19. Jahrhundert, das die Ost- und Westküste Schottlands verbindet.

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Whisky-Vielfalt an Bord

In der Bar der „Lord“ warten mehr als 35 schottische Single Malts auf die Gäste. Barkeeper Will Cope kennt für jeden Geschmack die richtige Empfehlung – ob fruchtig, rauchig oder mit tropisch-würzigem Abgang. Die größte Auswahl stammt aus den Highlands, deren wilde Szenerie am Fenster vorbeizieht.

Landgänge und Begegnungen

Bei den Landgängen lernen die Reisenden die schottische Kultur hautnah kennen. In Oban lockt die „Oban Seafood Hut“ mit gedämpften Miesmuscheln in Weißwein und Knoblauch zum Sensationspreis von 5,95 Pfund. In Tobermory auf der Insel Mull stellen Sophie und Stu Cattanach handgemachte Seifen mit lokalem Heidekraut her, die für ihre feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften bekannt sind.

Historische Stätten und Filmkulissen

Glanzlichter der Reise sind die Burg Cawdor mit ihren herrlichen Gärten, der Park von Armadale und zwei Filmschauplätze: der Glenfinnan-Viadukt, bekannt als „Harry-Potter-Brücke“, und das Eilean Donan Castle, Kulisse in „Highlander“. Letzteres ist wohl Schottlands meistfotografierte Burg, auch wenn das Interieur nicht mit dem Äußeren mithalten kann.

Abgelegenster Pub des britischen Festlands

Ein Besuch in Inverie auf der Halbinsel Knoydart führt zum „The Old Forge“, dem abgelegensten Pub des britischen Festlands. Die Dorfgemeinschaft von 140 Einwohnern betreibt ein Wasserkraftwerk und setzt sich für Wiederaufforstung ein. Hier atmet man frische Luft – abgesehen von der touristischen Überflutung in der Kneipe.

Spirituelle Einkehr auf Iona

Die heilige Insel Iona, auf der der Mönch Columban im 6. Jahrhundert ein Kloster gründete, bietet eine spirituelle Aura. Eine Anhöhe mit Blick auf die See soll sein Lieblingsplätzchen gewesen sein. Auf dem Friedhof sollen frühe Könige Schottlands bestattet sein, darunter der berühmte Macbeth.

Praktische Tipps

Anreise: Mit Lufthansa oder KLM nach Edinburgh, weiter mit dem Veranstalter. Einreise: Mit Reisepass und elektronischer Reisegenehmigung ETA (16 Pfund). Schiffsreisen: Thurgau Travel bietet die Tour ab 8190 Euro pro Person, Lernidee ab 6860 Euro. Weitere Informationen: visitscotland.com.

Typisch schottisch ist das wechselhafte Wetter. Mit nur einer Stunde Sonnenschein in zehn Tagen entspricht die Wirklichkeit den Klischees. Dennoch hinterlässt die Reise unvergessliche Eindrücke und ein vollendetes Puzzle Schottlands.

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