US-Autokonzerne erholen sich stark – Deutsche Hersteller schwächeln
US-Autokonzerne erholen sich, deutsche schwächeln

Die Gewinne der weltgrößten Automobilhersteller sind im ersten Quartal 2026 drastisch eingebrochen. Die 18 führenden Autokonzerne erwirtschafteten einen operativen Gewinn von insgesamt 17,3 Milliarden Euro – das sind 32 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Es ist der niedrigste Wert seit dem ersten Corona-Jahr 2020, wie eine aktuelle Bilanzanalyse der Beratungsgesellschaft EY zeigt.

Umsatz steigt, Gewinn schrumpft

Trotz des Gewinneinbruchs wuchs der kumulierte Umsatz der untersuchten Hersteller auf rund 502 Milliarden Euro – ein neuer Rekord für ein erstes Quartal und der fünfte Anstieg in Folge. Dreizehn der 18 Konzerne steigerten ihre Erlöse im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Fähigkeit, Umsatz in Gewinn umzuwandeln, nimmt kontinuierlich ab: Die durchschnittliche operative Marge (Ebit-Marge) sank auf 3,5 Prozent, den zweitniedrigsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Nur im Krisenjahr 2020 war sie noch geringer. Es ist bereits das vierte Jahr in Folge mit sinkender Profitabilität im ersten Quartal.

Japanische Hersteller tief in den roten Zahlen

Besonders hart traf es die japanischen Autobauer. Deren kumulierter operativer Gewinn fiel von plus 7,8 Milliarden Euro ins Minus – auf einen Verlust von 304 Millionen Euro. Allein Honda verzeichnete einen operativen Verlust von 5,5 Milliarden Euro. Toyota, gemessen am Absatz weiterhin der weltgrößte Autobauer, büßte fast die Hälfte seines operativen Gewinns ein und erzielte nur noch 3,1 Milliarden Euro. Kleinere japanische Hersteller wie Mazda, Mitsubishi und Suzuki konnten dank Sondereffekten und eines schwächeren Yen zulegen, auch Nissan verbesserte sich. Doch die Schwäche der großen Konzerne überlagert diese positiven Entwicklungen.

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US-Hersteller legen deutlich zu

Ganz anders präsentiert sich die Lage bei den US-Autokonzernen. General Motors steigerte seinen operativen Gewinn um 21 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro und führt damit erstmals seit langer Zeit das globale Gewinnranking an. Ford legte um 631 Prozent zu, Tesla um 136 Prozent. Die gesamte US-Gruppe verbesserte ihre operative Marge auf 6,9 Prozent – ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Deutsche Hersteller im Abwärtstrend

Die drei deutschen Hersteller BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen verzeichnen dagegen das dritte Jahr in Folge sinkende Erlöse. Der kumulierte Umsatz fiel um 4,3 Prozent auf 138 Milliarden Euro – etwa zwölf Milliarden Euro unter dem bisherigen Höchstwert von 2023. „Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden“, sagte Constantin M. Gall, Branchenexperte bei EY. Die deutsche Autoindustrie befinde sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die operative Marge der deutschen Hersteller sank von 5,7 auf 4,6 Prozent. BMW verbuchte einen Gewinnrückgang von 36 Prozent, Mercedes-Benz von 17 Prozent und Volkswagen von 14 Prozent.

China bleibt ein Problem

Besonders der chinesische Markt bereitet den deutschen Herstellern weiterhin Sorgen. Der Absatz deutscher Marken in China sank um 16 Prozent. Ihr Anteil am eigenen Gesamtabsatz, der 2020 noch bei rund 39 Prozent lag, ist auf 26 bis 28 Prozent geschrumpft. Insgesamt verkauften die 19 untersuchten Konzerne rund 16,7 Millionen Fahrzeuge – 3,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Regional verliefen die Trends uneinheitlich: In Europa stieg der Absatz leicht um zwei Prozent, in den USA sank er um gut fünf Prozent, in China brach er um mehr als elf Prozent ein.

Tesla erholt sich, chinesische Marken unter Druck

Tesla zeigte eine deutliche Erholung. Der US-Elektroautobauer steigerte seinen Umsatz um 16 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro und kehrte mit einem operativen Gewinn von 804 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely und Great Wall Motor konnten ihre Verkäufe in Europa zwar um 155 Prozent steigern – allerdings von einer niedrigen Basis aus. Global stehen die chinesischen Hersteller unter Druck: Ihr operativer Gewinn sank um 43 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, die Marge fiel von 6,9 auf 3,9 Prozent.

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Ausblick: Unsicherheit bleibt hoch

Hinter den Zahlen steht eine strukturelle Verschiebung. Die Branche investiert massiv in Elektromobilität und neue Plattformen, während Preisdruck – vor allem in China – und volatile Wechselkurse die Margen belasten. „Geopolitische Spannungen, Nationalismus, Handelsschranken und wechselnde politische Präferenzen für die eine oder andere Antriebstechnologie prägen das Umfeld“, sagte EY-Experte Gall. Die Unsicherheit bleibt auch im zweiten Quartal groß: Die US-Zölle auf Automobilimporte dürften den transatlantischen Handel zusätzlich belasten. Erste Hersteller haben ihre Jahresprognosen bereits zurückgezogen oder eingeschränkt.