X-Fab investiert 400 Millionen Euro in neue Chipfabrik in Erfurt
X-Fab investiert 400 Mio. Euro in Erfurter Chipfabrik

Ende Mai katapultierte ein viraler Post die Aktie des bis dahin wenig bekannten Chip-Auftragsfertigers X-Fab um 70 Prozent nach oben. Das Unternehmen, das bis dahin vor allem Brancheninsidern ein Begriff war, steht nun im Rampenlicht. Vorstandschef Damien Macq hat ehrgeizige Pläne: In den kommenden Jahren will X-Fab rund 400 Millionen Euro in eine neue Fertigungsstätte in Erfurt investieren. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Produktionsstart für 2028 geplant

Die neue Fabrik am Rande der thüringischen Landeshauptstadt soll Ende 2028 in Betrieb gehen. „Unser rasch wachsendes Geschäft erfordert zusätzliche Kapazitäten“, sagte Macq dem Handelsblatt. Mit dem Ausbau schafft X-Fab rund 100 neue Arbeitsplätze. Der Staat unterstützt das Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 127 Millionen Euro.

X-Fab konzentriert sich auf ein Segment, das für die europäische Industrie von strategischer Bedeutung ist: Chips für Autos, Industrieanlagen und Medizintechnik. Anders als die hochmodernen Prozessoren, wie sie Apple oder Nvidia nachfragen, produziert X-Fab Bauteile für Anwendungen wie Reifendrucksensoren oder Herzschrittmacher. Diese Chips verarbeiten analoge Signale und sind auf Zuverlässigkeit bei rauen Umgebungsbedingungen ausgelegt.

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Technologische Breite und Innovation

Das Unternehmen fertigt zudem Mikrosysteme, die mehrere Funktionen in einem winzigen Bauelement vereinen, sowie Leistungshalbleiter für die Stromversorgung. Dabei setzt X-Fab auch auf innovative Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid, die in der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien zunehmend wichtiger werden.

Der Umsatz im ersten Quartal 2026 sank um vier Prozent auf 196 Millionen US-Dollar, der Gewinn brach um 92 Prozent auf knapp eine Million Dollar ein. Trotz der schwachen Zahlen zeigt sich Macq optimistisch: „In den ersten beiden Quartalen haben wir den Tiefpunkt gesehen. Von jetzt an erwarten wir, dass es aufwärtsgeht.“ An diesem Donnerstag legt er die Halbjahreszahlen vor.

Ausbau für die Zukunft

Die Investition in Erfurt ist Teil einer langfristigen Strategie. X-Fab reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach spezialisierten Chips, die nicht die neuesten Fertigungstechniken erfordern. Europa ist bei diesen Komponenten stark von Importen abhängig, daher sieht die Politik in der Förderung einen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Mit dem neuen Werk will X-Fab seine Position als einer der führenden Auftragsfertiger für analoge und Mixed-Signal-Chips stärken. Das Unternehmen betreibt bereits Fabriken in Frankreich und den USA und gilt als wichtiger Partner für die europäische Industrie.

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