BaFin sieht Erfolge bei Kostenreduktion von Lebensversicherungen
Die renditemindernden Kosten von fondsgebundenen und hybriden Lebensversicherungen sind in den vergangenen fünf Jahren einer Erhebung der Finanzaufsicht BaFin zufolge deutlich gesunken. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wertet dies als ersten Erfolg ihrer Wohlverhaltensaufsicht, mit der sie die Versicherer zu Anpassungen drängt.
Fokus auf die teuersten Produkte
Die Aufsichtsbehörde hatte insbesondere die teuersten 25 Prozent des Marktes ins Visier genommen. Bei fondsgebundenen und hybriden Policen mit einer Laufzeit von 30 Jahren sanken die Effektivkosten seit 2021 um mehr als 0,4 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Versicherer bei den Kapitalanlagen zunehmend auf kostengünstigere Indexfonds (ETF) anstelle klassischer Fonds setzen, wie die BaFin am Freitag mitteilte.
Produkte vom Markt genommen
Einige Versicherer haben auf Druck der Behörde sogar Produkte vom Markt genommen, weil sie zu teuer waren und für den Kunden einen zu geringen Nutzen boten. Dennoch gibt es weiterhin Produkte auf dem Markt, bei denen die Effektivkosten mehr als drei Prozent betragen, erklärte die BaFin. Dies gehe zu Lasten der Versicherten und schmälere in den meisten Fällen die Rendite der Produkte.
Was sind Effektivkosten?
Zu den Effektivkosten zählen die jährlichen Verwaltungskosten, die Gebühren der Fondsanbieter sowie die Vermittlerprovisionen, die insbesondere in den ersten Jahren ins Gewicht fallen. Dies wirkt sich besonders negativ aus, wenn Kunden vorzeitig kündigen. Wer beispielsweise nach 15 Jahren den Vertrag beendet, obwohl er noch weitere 15 Jahre läuft, trägt laut BaFin im teuersten Viertel des Marktes Effektivkosten von 3,2 Prozent.
Hohe vorzeitige Kündigungsraten
Bei vielen Versicherern kündigen oft bis zu 50 Prozent der Kunden vorzeitig. Die Aufseher drängen die Anbieter daher darauf, sicherzustellen, dass auch bei vorzeitiger Kündigung der Kundennutzen nicht völlig verloren geht. Bei klassischen Policen mit Zinsgarantien habe sich bei den Kosten wenig getan, erklärte die BaFin. Allerdings seien diese im Schnitt tendenziell niedriger.



