Die Commerzbank hat ihre Bauzinsen erhöht. Wie die Funke Mediengruppe berichtet, liegt der effektive Jahreszins im repräsentativen Beispiel nun bei 4,00 Prozent, nach zuvor 3,88 Prozent. Die Bank kalkuliert dabei mit einer Darlehenssumme von 100.000 Euro, einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer Beleihung von maximal 60 Prozent des Immobilienwerts. Die monatliche Rate steigt von 1003,45 Euro auf 1009,13 Euro, was Mehrkosten von rund 68 Euro pro Jahr bedeutet.
Marktvergleich zeigt günstigere Angebote
Ein Vergleich mit anderen Anbietern zeigt, dass es günstigere Konditionen gibt. Der Vermittler Interhyp nennt für eine zehnjährige Laufzeit einen Zins von 3,84 Prozent. Die Commerzbank liegt mit einem Sollzins von 3,93 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 4,00 Prozent darüber. Dr. Klein gibt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent an, womit sich die Commerzbank im mittleren bis oberen Bereich bewegt.
Wichtig: Die Konditionen für Immobilienkredite lassen sich nicht pauschal vergleichen. Sie hängen maßgeblich von der Bonität des Kreditnehmers, dem Immobilienwert und dem Eigenkapitalanteil ab.
Trendwende bei Bauzinsen? Experte warnt vor Folgen
In den vergangenen Wochen hatten mehrere Geldinstitute ihre Konditionen gesenkt. Diese Entwicklung könnte sich jedoch umkehren. Jörg Utecht, CEO der Interhyp-Gruppe, ordnet die Lage ein: „Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran waren die Bauzinsen zunächst spürbar unter die Marke von 4 Prozent gesunken.“ Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Entwicklung stoppen. „Die Renditen der Staatsanleihen haben bereits wieder spürbar angezogen – und in der Folge dürften auch die Bauzinsen bald wieder anziehen“, befürchtet Utecht.
ING hatte zuvor Zinsen erhöht
Bereits am 9. Juli hatte die ING ihre Bauzinsen um 10 Basispunkte erhöht. Die Bank begründete den Schritt mit der Situation an den Geld- und Kapitalmärkten. Im repräsentativen Beispiel der ING blieb der Zins jedoch unverändert bei 4,20 Prozent effektiv. Der Vermittler Interhyp gibt für fünfzehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 4,00 Prozent an, womit die ING mit 4,20 Prozent darüber liegt.
PSD Bank senkt Zinsen – Abwärtstrend nur kurzlebig?
Noch am 8. Juli hatte die PSD Nürnberg ihre Bauzinsen gesenkt. Der effektive Zins fiel von 3,46 auf 3,44 Prozent. Die monatliche Rate sank um rund sechs Euro. Im Marktvergleich lag die PSD Bank mit 3,44 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 3,80 Prozent bei Interhyp. Doch der Abwärtstrend scheint bereits gestoppt.
Immoscout-Zinsbarometer: Zinsen sinken über mehrere Laufzeiten
Laut dem Zinsbarometer von Immoscout24 sind die Konditionen für Baufinanzierungen über fast das gesamte Laufzeitenspektrum gesunken. Bei fünfjähriger Zinsbindung fiel der Zins von 3,95 auf 3,83 Prozent, bei zehnjähriger von 3,85 auf 3,80 Prozent. Bei 15 Jahren sank er von 4,16 auf 4,05 Prozent. Nur bei 20 Jahren blieb er nahezu unverändert bei 4,20 Prozent.
Beste Bauzinsen der Woche im Vergleich
Ein Fallbeispiel zeigt die Unterschiede: Ein Paar möchte eine Bestandsimmobilie im Wert von 400.000 Euro erwerben, bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit und finanziert 320.000 Euro bei zehn Jahren Zinsbindung und zwei Prozent Tilgung. Das günstigste Angebot kommt von Dr. Klein mit einem effektiven Zins von 3,54 Prozent und einer Rate von 1601 Euro. Interhyp bietet 3,62 Prozent und 1622 Euro, Baufi24 3,81 Prozent und 1677 Euro, DTW Immobilienfinanzierung ebenfalls 3,81 Prozent und 1686 Euro. Die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Angebot beträgt 85 Euro monatlich.
Fazit: Vergleichen lohnt sich
Angesichts der aktuellen Entwicklungen raten Experten zu einem sorgfältigen Vergleich der Angebote. Die Bauzinsen zeigen einen leichten Aufwärtstrend, der durch geopolitische Spannungen verstärkt werden könnte. Kreditnehmer sollten daher nicht zögern, günstige Konditionen zu sichern.



