EZB belässt Leitzins bei 2,25 Prozent – Zinserhöhung im September möglich
EZB belässt Leitzins bei 2,25 Prozent

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt die Leitzinsen im Euroraum vorerst unverändert. Nach der Zinserhöhung im Juni, der ersten seit fast drei Jahren, pausieren die Währungshüter nun. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,25 Prozent. Eine erneute Anhebung könnte im September erfolgen, wenn der EZB neue Prognosen zu Inflation und Konjunktur vorliegen.

Inflation schwächt sich ab, Risiken bleiben

Die Teuerungsrate im Euroraum ist im Juni auf 2,8 Prozent gesunken, nach 3,2 Prozent im Mai. In Deutschland fiel die Inflationsrate dank des Tankrabatts auf 2,3 Prozent. Dennoch sind die Risiken für die Inflation nicht gebannt. Der Iran-Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe: Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl nähert sich 100 US-Dollar. Die EZB erklärte: „Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen.“

EZB strebt Preisstabilität an

Die EZB sieht Preisstabilität mittelfristig bei zwei Prozent Inflation im Euroraum gewahrt. Höhere Zinsen dämpfen die Inflation, indem sie Kredite verteuern und die Nachfrage bremsen. Allerdings belasten sie auch Investitionen. Die Bauzinsen in Deutschland liegen laut Finanztip stabil nahe der Vier-Prozent-Marke. Finanztip-Experte Dirk Eilinghoff sagte: „Ein weiterer Zinsschritt der EZB bis zum Jahresende ist bei den Bauzinsen bereits eingepreist.“

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Volkswirte erwarten eine weitere Erhöhung

Volkswirte rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im Laufe des Jahres, aber nicht mit einer Serie. Eine zu starke Anhebung könnte die ohnehin schwächelnde Wirtschaft abwürgen. Die EZB hatte in ihrer Juni-Prognose eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,0 Prozent für 2023 vorhergesagt, maßgeblich aufgrund des Iran-Kriegs.

Sparer profitieren nur bedingt

Steigende Leitzinsen sind grundsätzlich gut für Sparer, sofern Banken und Sparkassen die besseren Konditionen weitergeben. Nach der Juni-Erhöhung taten dies laut Verivox nur 17 Prozent von 823 Geldhäusern in Deutschland. Im Schnitt erhöhten sie die Tagesgeldzinsen um 0,18 Prozentpunkte. Derzeit bringen Tagesgeldkonten bei bundesweit verfügbaren Angeboten durchschnittlich 1,38 Prozent Zinsen. Einige Banken locken Neukunden zeitweise mit bis zu 4 Prozent.

Vergleich zur Energiekrise

Die EZB will eine neue Preiswelle wie nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 unbedingt verhindern. Damals schnellte die Inflation im Euroraum auf über zehn Prozent, in Deutschland verteuerten sich Energie und Lebensmittel rasant. Die Preiserhöhungen wirken bis heute nach: Nahrungsmittel sind rund ein Drittel teurer als 2019.

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