UniCredit attackiert Commerzbank-Vorstand erneut scharf
UniCredit greift Commerzbank-Vorstand an

UniCredit erhöht Druck auf Commerzbank-Führung

Die italienische Großbank UniCredit hat ihren Kurs gegen den Vorstand der Commerzbank verschärft. In einer aktuellen Stellungnahme wirft UniCredit dem Management der deutschen Bank vor, die notwendigen strategischen Schritte zu verzögern. Die Kritik kommt nur wenige Wochen nachdem UniCredit ihren Anteil an der Commerzbank auf rund 21 Prozent aufgestockt hatte.

Vorwürfe der Blockadehaltung

UniCredit-Chef Andrea Orcel bemängelt, dass der Commerzbank-Vorstand unter Führung von Bettina Orlopp nicht ausreichend auf die Herausforderungen des Marktes reagiere. „Die Commerzbank hat ein klares Potenzial, doch die Führung scheint nicht willens oder fähig, dieses zu heben“, so Orcel in einem Interview. Die italienische Bank fordert unter anderem eine schnellere Kostensenkung und eine konsequentere Digitalisierung.

Bereits im September hatte UniCredit überraschend einen Großteil der Commerzbank-Anteile der Bundesrepublik Deutschland erworben. Seither gilt die italienische Bank als größter Einzelaktionär der Commerzbank. Orcel betont, dass man keine feindliche Übernahme anstrebe, aber auf eine Veränderung der Strategie dränge.

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Reaktionen aus dem Commerzbank-Lager

Der Commerzbank-Vorstand wies die Kritik umgehend zurück. Ein Sprecher erklärte, man verfolge einen klaren Plan und habe bereits bedeutende Fortschritte erzielt. „Unsere Strategie ist ambitioniert und wird von den Mitarbeitern mit voller Kraft umgesetzt“, so der Sprecher. Man sei für einen konstruktiven Dialog mit allen Aktionären offen, lasse sich aber nicht unter Druck setzen.

Analysten sehen in dem Vorgehen von UniCredit einen taktischen Schachzug. „Orcel will die Commerzbank in eine Position bringen, in der sie einer Fusion oder tieferen Kooperation nicht mehr ausweichen kann“, kommentiert ein Bankenexperte. Die Commerzbank-Aktie reagierte auf die Nachrichten mit leichten Kursgewinnen.

Auswirkungen auf den deutschen Bankenmarkt

Die Auseinandersetzung zwischen UniCredit und Commerzbank hat Signalwirkung für den gesamten deutschen Bankensektor. Sollte UniCredit tatsächlich eine Übernahme oder Fusion anstreben, würde dies die Bankenlandschaft in Deutschland grundlegend verändern. Die Commerzbank ist die zweitgrößte Privatbank des Landes und beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter.

Bundesregierung und Finanzaufsicht Bafin beobachten die Entwicklung genau. Ein Sprecher des Finanzministeriums betonte, man wolle sich nicht in unternehmerische Entscheidungen einmischen, aber die Stabilität des Finanzsystems im Auge behalten. Die Gewerkschaft Verdi warnte vor Arbeitsplatzverlusten im Falle einer Übernahme.

Bislang hat UniCredit keine konkreten Übernahmepläne bestätigt. Die Italiener halten jedoch bereits eine Sperrminorität und könnten theoretisch eine Hauptversammlung einberufen, um Vorstandsposten neu zu besetzen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es zu einer Eskalation oder zu einer Annäherung kommt.

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