CXMT-Börsengang: Chinesischer Chip-Hersteller wird wertvollster Konzern
CXMT-Börsengang: Wertvollster Konzern Chinas

Der Börsengang des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT hat für mehrere Rekorde an Chinas Aktienmarkt gesorgt. Bereits am ersten Handelstag schnellte der Aktienkurs zeitweise um mehr als 500 Prozent auf fast 55 Yuan nach oben. Damit stieg der Börsenwert des Unternehmens auf umgerechnet 473 Milliarden Euro – das ist der höchste Wert, den jemals ein Unternehmen auf dem chinesischen Heimatmarkt erreicht hat.

Rekordbörsengang und Anlegeransturm

CXMT selbst nahm durch die Aktienausgabe mehr als 7,5 Milliarden Euro ein – der größte Börsengang in Asien in diesem Jahr. Der Ansturm der Anleger war enorm: Allein im Vormittagshandel wurden CXMT-Aktien im Wert von 122 Milliarden Yuan ge- und verkauft. Laut lokalen Medienberichten war dies das erste Mal, dass eine einzelne Aktie an einem Tag einen Handelsumsatz von mehr als 100 Milliarden Yuan erzielte.

Der Hype um die Aktie vereint mehrere Faktoren: die rasante Wachstumsgeschichte des Unternehmens, den globalen Bauboom von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sowie Chinas Bemühungen, eine eigene konkurrenzfähige Chip-Industrie aufzubauen. CXMT, vor zehn Jahren in Hefei gegründet, war bis vor Kurzem außerhalb von Branchenkreisen weitgehend unbekannt und hat sich mehrfach umbenannt – zuletzt von Changxin Memory Technologies in CXMT.

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Massive Wachstumszahlen

Mit massiver staatlicher Unterstützung ist CXMT inzwischen zum weltweit viertgrößten Hersteller von Speicherchips aufgestiegen. Das Unternehmen wächst nach eigenen Angaben extrem schnell: Für das erste Halbjahr 2026 rechnet CXMT mit einem Umsatz von 110 bis 120 Milliarden Yuan – das wäre mehr als eine Versiebenfachung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn soll zwischen 66 und 75 Milliarden Yuan liegen, nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum.

Der Weltmarkt für Speicherchips wird bislang von den südkoreanischen Unternehmen Samsung und SK Hynix sowie dem US-Konzern Micron dominiert. Erst vor wenigen Wochen hatte SK Hynix mit einer Erstnotiz an der US-Börse Nasdaq 26,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Speicherchips sind derzeit knapp – nicht nur für KI-Anwendungen, sondern auch für Automobilbau und Haushaltselektronik – und bescheren den Herstellern Traumgewinne.

Marktaussichten und Risiken

„Der Speichermarkt bleibt eng“, sagte Analystin Ellie Wong vom Marktforscher TrendForce. „Es wird erwartet, dass die Preise bis Ende 2027 weiter steigen.“ Viele Kunden versuchten, ihre Lieferanten zu diversifizieren, was CXMT zugutekommen dürfte. Zudem spielt CXMT eine zentrale Rolle in der Strategie der chinesischen Regierung, sich unabhängiger von westlicher Spitzentechnologie zu machen.

Die USA haben nicht nur eigenen, sondern auch anderen führenden Chipherstellern und deren Zulieferern untersagt, modernste Computerchips nach China zu liefern. Dies sichert heimischen Herstellern wie CXMT eine hohe Nachfrage durch chinesische Abnehmer sowie die Unterstützung der eigenen Regierung. Gleichzeitig sind die US-Sanktionen ein Problem: CXMT kann moderne Fertigungsanlagen etwa von ASML nicht importieren, was die Produktion einschränkt.

Warum Experten vor einer Blase warnen

Der Rekordbörsengang weckt auch Sorgen über eine Spekulationsblase. „Die Aktie ist zu teuer und riecht nach Spekulation“, sagte der Hedgefonds-Manager Yuan Yuwei von Trinity Synergy Investments. Ein anderer Fondsmanager, der die Aktie im Börsengang erworben hatte, verkaufte nach eigenen Angaben sofort wieder alle Anteile. „Bei einem solchen Preis wage ich es nicht, die Aktie zu halten oder zu kaufen“, sagte Wu Zhou von Shenzhen Deyuan Investment.

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