Atomstromproduktion in Europa wegen niedriger Flusspegel unter Druck
Atomstrom in Europa: Niedrige Flusspegel bedrohen Produktion

Mehrere europäische Länder sehen sich mit erheblichen Einschränkungen ihrer Atomstromproduktion konfrontiert, da die Pegelstände wichtiger Flüsse aufgrund anhaltender Trockenheit und Hitzewellen rekordtiefe Werte erreicht haben. Die fehlende Kühlwasserversorgung zwingt Betreiber dazu, Reaktoren vom Netz zu nehmen oder ihre Leistung zu reduzieren.

Rumänien: Komplette Abschaltung in Cernavoda

In Rumänien musste das einzige Kernkraftwerk des Landes, Cernavoda an der Donau, beide seiner Reaktorblöcke außer Betrieb nehmen. Der erste Block war bereits vor einigen Tagen abgeschaltet worden, am Donnerstag folgte der zweite. Der Betreiber Nuclearelectrica verwies auf die vorgesehenen Verfahren „im Fall schwerer Dürre“. Es ist das erste Mal, dass beide Blöcke wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau gleichzeitig stillstehen müssen.

Ungarn: Leistungsdrosselung in Paks

Auch Ungarn ist betroffen: Das Kernkraftwerk Paks, das mit seinen vier Reaktoren eine enorme Bedeutung für die Stromversorgung des Landes hat, liegt ebenfalls an der Donau. Aufgrund der niedrigen Wasserführung wurde die Leistung gedrosselt. Die Donau, die vom Schwarzwald durch zehn Länder bis zum Schwarzen Meer fließt, verzeichnet seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände, bedingt durch fehlende Niederschläge und aufeinanderfolgende Hitzewellen.

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Frankreich: Reaktor in Golfech abgeschaltet

In Frankreich wurde am Mittwochabend einer der zwei Reaktoren des Kraftwerks Golfech rund hundert Kilometer nördlich von Toulouse wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet. Der Energiekonzern EDF hatte den Reaktor bereits in diesem Sommer mehrfach vom Netz genommen – zwischen dem 23. Juni und dem 3. Juli sowie vom 9. bis zum 27. Juli –, um das Flusswasser der Garonne nicht übermäßig zu erwärmen. Die wiederholten Abschaltungen zeigen die zunehmende Anfälligkeit der französischen Atomflotte für Extremwetterereignisse.

Auswirkungen und Perspektiven

Die aktuellen Engpässe verdeutlichen die Abhängigkeit der Atomkraft von ausreichender Wasserverfügbarkeit. Während die Stromnetzbetreiber in den betroffenen Ländern versuchen, die Ausfälle durch andere Quellen zu kompensieren, warnen Experten vor häufigeren derartigen Ereignissen im Zuge des Klimawandels. Die Rekordtiefstände der Donau und die wiederholten Hitzewellen in Frankreich setzen die Energieversorgung in einer ohnehin angespannten Lage zusätzlich unter Druck.

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