Ölpreise steigen nach US-Angriffen auf Iran und Sperrung der Straße von Hormus
Ölpreise steigen nach US-Angriffen auf Iran

Ölpreise steigen nach vierten US-Angriffswelle

Die Ölpreise haben am Montag nach einer weiteren Angriffswelle des US-Militärs auf den Iran deutlich zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September legte im frühen Handel um 4,46 Prozent auf 79,40 Dollar zu. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten.

US-Militär: Angriffswelle auf Dutzende Ziele im Iran beendet

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine jüngste Angriffswelle auf Dutzende Ziele im Iran beendet. Bei den Angriffen seien unter anderem iranische Luftabwehrsysteme und Radarstationen ins Visier genommen worden, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit. Das Ziel sei gewesen, die Fähigkeit des Iran einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Die Angriffswelle habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, so Centcom. Die Straße von Hormus werde nicht vom Iran kontrolliert, betonte das Kommando. Die US-Streitkräfte stünden bereit, die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen.

Iranische Vergeltungsangriffe auf US-Stützpunkte

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von Staatsmedien US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte am Montag mehrere Erklärungen, wonach die Revolutionsgarden einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait angegriffen hätten. Zudem meldete Kuwait, dass eine Offshore-Bohrplattform getroffen und beschädigt worden sei. In Bahrain wurde Sirenenalarm ausgelöst, die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen.

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Schifffahrt in der Straße von Hormus stark zurückgegangen

Die Schifffahrt in der Straße von Hormus ist infolge der Sperrung durch den Iran drastisch zurückgegangen. Nach Angaben von Michael McDonough, Analyst bei Bloomberg, gab es in den letzten 24 Stunden nur sieben kommerzielle Durchfahrten, verglichen mit 11 am Vortag und etwa 6 Prozent des Niveaus von Januar bis Februar. Der Brent-Ölpreis stieg weiter auf etwa 78,79 Dollar. Die Straße von Hormus hat essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel.

Iran: Diplomatische Bemühungen zunichte gemacht

Der Iran hat die jüngsten US-Angriffe verurteilt und erklärt, sie hätten alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichte gemacht. Das iranische Außenministerium erklärte in der Nacht zum Montag, die USA hätten „eine Rückkehr der Unsicherheit in der Straße von Hormus sowie Störungen der internationalen Handelsschifffahrt verursacht“. Zuvor hatte der Iran die Meerenge „bis auf Weiteres“ für geschlossen erklärt.

Opfer bei US-Angriffen

Bei den US-Angriffen auf den Iran am Montag wurde nach Angaben iranischer Staatsmedien ein Mensch im Südwesten des Landes getötet, vier weitere wurden verletzt. Die Angriffe richteten sich gegen die Stadt Mahschahr in der Provinz Chusestan. Bereits am Sonntag war ein iranischer Marinesoldat bei einem US-Angriff auf den Hafen von Dschask getötet worden.

Trump: Iran stand kurz vor einem Deal

US-Präsident Donald Trump sagte, der Iran habe am Samstag kurz vor einem „Deal“ gestanden. „Sie waren dabei, alles aufzugeben, und dann plötzlich, zwei Stunden später, trafen sie ein Schiff mit einer Drohne“, fügte Trump in einem Interview mit CNN hinzu. Die USA hatten zuvor rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert hatten.

Katar rät zu vorübergehendem Stopp der Schifffahrt

Der Golfstaat Katar hat nach erneuten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Das katarische Transportministerium empfahl, alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ bis auf Weiteres auszusetzen. Katar meldete erneute Angriffe aus dem Iran, bei denen durch herabfallende Trümmerteile drei Menschen verletzt wurden.

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