In Sachsen-Anhalt hat die Photovoltaik die Windkraft als dominierende erneuerbare Stromerzeugungsart abgelöst. Wie Energieminister Armin Willingmann (SPD) nach der Kabinettssitzung in Magdeburg bekanntgab, stieg die Zahl der Solaranlagen im ersten Halbjahr 2026 auf über 140.000, die installierte Leistung auf 6,2 Gigawatt. Allein in den ersten sechs Monaten kamen rund 10.000 neue Anlagen hinzu.
Windkraft verliert Spitzenposition
Die installierte Leistung der Windkraft blieb mit 5,7 Gigawatt stagnieren, während die Zahl der Anlagen leicht auf 2.661 zurückging. Willingmann betonte, dass bei der Windenergie vor allem das Repowering im Fokus stehe: Alte Anlagen würden durch leistungsfähigere ersetzt. Insgesamt bleibe Sachsen-Anhalt jedoch Vorreiterland bei den erneuerbaren Energien.
Herkunft des Solarstroms
Rund 56 Prozent des Solarstroms (3,4 Gigawatt) stammen aus Freiflächenanlagen, 43 Prozent (2,7 Gigawatt) aus Anlagen auf Hausdächern und Fassaden. Die rund 40.000 Balkonkraftwerke trugen mit 44 Megawatt nur 0,7 Prozent zur Solarstromerzeugung bei.
Bürokratische Hürden bremsen Wasserstoff-Hochlauf
Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien drängt Willingmann auf einen beschleunigten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Er forderte einen Abbau bürokratischer Hürden, um grünen Wasserstoff günstiger zu machen. „Unternehmen halten sich bei Investitionen in klimaneutrale Zukunftstechnologien wie grünem Wasserstoff derzeit zurück“, so der Minister. Die EU müsse hier die Bremsklötze lösen.
Konkret dürfen Unternehmen ihren erzeugten Wasserstoff nur dann als „grün“ verkaufen, wenn sie nachweisen können, dass ihre Anlage genau in der Stunde Ökostrom verbraucht hat, in der auch der Wasserstoff erzeugt wurde. Zudem müsse der Ökostrom aus extra für die Wasserstoffproduktion errichteten Windkraft- oder Solaranlagen stammen. „Das ist in der Praxis kaum machbar und macht Wasserstoff unnötig teuer“, kritisierte Willingmann.



