Potsdam startet Tiefengeothermie-Bohrung für klimafreundliche Wärme
Potsdam startet Tiefengeothermie-Bohrung

Die Landeshauptstadt Potsdam treibt die klimafreundliche Wärmeversorgung voran: Auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd (HKW) hat die Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser Potsdam (EWP) am Montag den offiziellen Bohrstart für ein Tiefengeothermie-Projekt gefeiert. Das Ziel: Bis zu 15.000 Potsdamer Haushalte könnten künftig mit Wärme aus der Erde beheizt werden – klimafreundlich, lokal erzeugt und zu stabilen Preisen.

Bohrung bis 2000 Meter Tiefe

Die Bohrung reicht bis zu 2000 Meter unter die Erdoberfläche. Dort wird heißes Wasser aus tiefen Gesteinsschichten gefördert, das über Wärmetauscher die Fernwärmeversorgung speist. „Man weiß nie, worauf man faktisch stößt“, räumt ein Projektbeteiligter ein, doch die geologischen Voruntersuchungen seien vielversprechend. Die Arbeiten laufen rund um die Uhr, um die Bohrung zügig abzuschließen.

Klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen

Das Geothermie-Projekt ist ein zentraler Baustein der Potsdamer Wärmewende. Bislang wird das Heizkraftwerk Süd noch mit Erdgas betrieben. Die Tiefengeothermie soll einen signifikanten Anteil der Wärmeerzeugung übernehmen und so den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Laut EWP könnten die Emissionen um mehrere tausend Tonnen pro Jahr reduziert werden.

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Stabile Preise für Verbraucher

Ein weiterer Vorteil der Geothermie ist die Preisstabilität. Anders als bei Gas oder Öl unterliegen die Kosten für Erdwärme keinen internationalen Marktschwankungen. „Wir schaffen eine zuverlässige und bezahlbare Wärmequelle für Potsdam“, betont ein Sprecher der EWP. Die Investitionen in das Projekt belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Nächste Schritte und Ausblick

Nach der Bohrung folgen umfangreiche Tests, um die Fördermenge und Temperatur des Thermalwassers zu bestimmen. Bei Erfolg soll die Anlage bis 2026 in Betrieb gehen. Langfristig plant Potsdam, mehrere Geothermie-Standorte zu erschließen, um die gesamte Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen.

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